Digital Life
28.08.2015

Künstlicher Stoßzahn verfolgt Elfenbeinschmuggler

Ein US-Journalist ließ einen künstlichen Stoßzahn anfertigen, um den illegalen Elfenbeinschmuggel von Afrika nach China verfolgen zu können.

Es klingt nach einer nahezu unmöglichen und lebensgefährlichen Aufgabe: auf dem Schwarzmarkt geschmuggeltes Elfenbein nachzuverfolgen. Der investigative Journalist Bryan Christy hat in Zusammenarbeit mit einem Tierpräparator und einem Funk-Spezialisten eine Stoßzahn-Atrappe anfertigen lassen, um genau das zu bewerkstelligen.

Christy verfolgt seit Jahren illegale Wilderei weltweit und hat sich für eine National-Geographic-Reportage auf den Elfenbeinschmuggel in Afrika konzentriert. Um sich ein exaktes Bild der Schmuggelroute machen zu können, lies er einen künstlichen Stoßzahn anfertigen. Die Atrappe wurde zu dem Zweck mit einem speziellen Funkgerät ausgestattet, das eine permanente Verfolgung ermöglicht. Der einem echten Zahn in Material, Aussehen und Geruch zum Verwechseln ähnliche Nachbau wurde erfolgreich über mehrere Monate hinweg verfolgt, wie Gizmodo berichtet.

Ein nicht unbeträchtlicher Anteil des Elfenbeinschmuggels findet heute im Netz statt. Nicht nur im Dark Web, sondern auch auf kommerziellen Plattformen wie Craigslist, tauchen hin und wieder illegale Elfenbeinangebote auf. Den finalen Bericht sowie die detaillierten Ergebnisse der über zwei Jahre dauernden Recherche können in der September-Ausgabe des Fachmagazins National Geographic nachgelesen werden. Täglich werden rund 100 afrikanische Elefanten wegen ihrer Elfenbein-Stoßzähne getötet.