Digital Life
31.03.2014

Lieferdienst-Plattform schreibt Facebook Abschiedsbrief

Die Webseite Eat24Hours.com fühlt sich von Facebook in mehrfacher Hinsicht betrogen und macht mit dem Social Network auf humorvolle Weise Schluss.

"Wir müssen reden." So leitet die US-Lieferdienst-Plattform Eat24hours.com einen Abschiedsbrief an Facebook auf seinem Firmenblog ein. In einem jovialen Tonfall erklärt das Unternehmen, warum es mit dem Social Network Schluss machen will. Eat24hours kündigt an, seinen Facebook-Auftritt komplett löschen zu wollen. Vor einigen Jahren habe man sich in Facebook verliebt, nun aber müsse man feststellen: "Du hast dich verändert. Sehr."

In den Anfangszeiten von Facebook konnte sich die Lieferdienst-Plattform seiner Online-Fangemeinde noch ungehindert mitteilen, nun jedoch müsse man dafür bezahlen. Facebook führte einen Algorithmus ein, der vorgeblich besser erkennt, was die eigenen Netzwerk-Freunde interessiere.

Geben und nehmen

"Wenn das wahr ist, heißt das, dein Algorithmus sagt, unseren Freunden ist Sushi-Porno egal und sie möchten unsere tiefsinnigsten Gedanken zu Pizza-Auflagen nicht hören. Hörst du dir überhaupt selbst zu? Weißt du, wie lächerlich das klingt? Du weißt, dass alle diese Leute 'Gefällt mir' auf unserer Seite geklickt haben, weil sie voll mit provokativ posierenden Burritos und Käse-Witzen ist, richtig?"

Eat24hours fühle sich von Facebook einfach nicht mehr respektiert: "Alles, was wir machen, ist geben und alles, was du machst, ist nehmen. Wir geben dir Postings, leckere Essens-Fotos, Coupons, Restaurant-Empfehlungen... und was machst du im Gegenzug? Du nimmst das und versteckst es vor allen unseren Freunden."

Mühsame Layout-Anpassungen

Abgesehen von der blockierten Kommunikation mit der Fanbasis wolle man sich nicht mehr mit der umständlichen Anpassung an neue Facebook-Layouts herumschlagen: "Schau einmal zurück. Du hast deinen Look öfters verändert als Madonna. Ernsthaft. Es ist nicht so, dass wir Veränderungen nicht mögen, aber es ist super-anstrengend, wenn du entscheidest, die Banner-Dimensionen grundlos um fünf Pixel zu erweitern."

Zum Vergleich wird die Fan-Kommunikation über Twitter und Instagram herangezogen. "Die haben keine merkwürdigen Algorithmen, das bedeutet, alle unserer Freunde sehen alles, was wir posten." Dass Stars heute lieber über Twitter kommunizieren als über Facebook, sei verständlich.

Eat24hours will seinen Facebook-Auftritt am Montag löschen. Mit Fans wolle man über andere Social Networks und die eigene App in Kontakt bleiben.