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Interview Lieferservice.at: „Wir möchten gar keine Profite".

Pizza ist das Lieblings-Bestellgericht der Österreicher
Pizza ist das Lieblings-Bestellgericht der Österreicher - Foto: AP
Die futurezone sprach mit Jitse Groen, der mit seinem Essensbestell-Portal zum Millionär wurde, über den Tod des PCs, Bitcoins zum Zahlen von Pizza und überdramatisierte Dienste.

Wenn der 37-jährige Holländer über sein Essensbestell-Netzwerk Takeaway.com erzählt, leuchten seine Augen. Das Takeaway-Netzwerk ist in neun europäischen Ländern (und Vietnam) aktiv, in Österreich gehört Lieferservice.at dazu. Jitse Groen weiß was er erreicht hat und betont immer wieder gerne, wie er vor 15 Jahren mit 100 Gulden (49 Euro) den Grundstein für die Marktführerschaft in Mitteleuropa gelegt hat.

Groen weiß auch, wie er es erreicht hat - eine Mischung aus Glück und der richtige Zeitpunkt – und dass sein Produkt im Grunde nur eine simple Vermittlungsstelle zwischen dem Kunden und den Restaurants ist. Da das Prinzip so simpel ist und der Essensbestell-Markt noch viel Potenzial hat, gibt es starke Konkurrenten, die Groen entweder schon geschlagen hat oder fest davon überzeugt ist, sie noch zu schlagen.

Mit der futurezone sprach der Selfmade-Millionär über den Tod des PCs, Lebensmittel-Drucker und wieso Restaurants die 5 statt die 1 drücken sollen.

futurezone: Wieso sollten User, die seit mehreren Jahren Mjam.at-Kunde sind, zu Lieferservice.at wechseln?
Jitse Groen: Weil wir mehr Restaurants und ein besseres Produkt haben. Schauen Sie sich mal die Lieferservice-App an.

Sie haben schon 2012 gesagt, dass sie Lieferservice.at zum Marktführer in Österreich machen wollen. Wie weit sind sie davon noch entfernt?
Wir sind seit Ende 2014 Marktführer. 2012 waren wir noch kleiner als Netkellner, die wollten wir übernehmen, das ist aber nicht zustande gekommen. Die haben nicht in Marketing investiert und wir haben sie recht schnell überholt, obwohl die als Online-Lieferdienst in Österreich angefangen haben.

Lieferservice.at
Foto: lieferservice.at
Wie sehen Sie den Konkurrenten Mjam.at? Kann der nochmals zurückkommen?
Ich habe immer Angst, dass einem verrückten Jungen auf einem Dachboden etwas Kluges einfällt, dass unser Geschäft unter Druck setzt. Dass das Mjam.at gelingt, halte ich für unwahrscheinlich.

Hat sich das Datenleck bei Mjam.at positiv auf die Userzahlen von Lieferservice.at ausgewirkt?
Einer der Gründe, dass wir so schnell gewachsen sind, ist, dass Mjam.at keine Werbung mehr gemacht hat. Ob die Kunden wegen dem Datenleck oder unserer Werbung zu Lieferservice.at gekommen sind, weiß ich nicht.

Glauben Sie, war das Datenleck bei Mjam.at ein Unfall oder wurden Kundendaten an Dritte verkauft?
Ich denke, dass ein Mitarbeiter oder einer der früheren Geschäftsführer die Daten verkauft hat.

Wie wird verhindert, dass bei Lieferservice.at eine solche Datenpanne passiert?
Wir haben eine Cloud-Struktur mit Servern in Europa. Entweder haben wir gar kein Datenleck oder ein sehr großes. In unsere Datenbank kommen kaum Mitarbeiter hinein. Ich glaube, es gibt nicht mal eine Möglichkeit, um aus der Datenbank per Tastendruck eine Liste zu machen, die verkauft werden kann.

Müssen Restaurants zahlen, um bei Lieferservice.at aufgenommen zu werden?
Nein, die Restaurants zahlen acht Prozent Provision des Bestellwerts, bei Mjam.at sind es 13 Prozent, glaube ich. Wir verlangen weniger, damit alle Restaurants bei uns mitmachen. Das ist wichtig, damit man in ganz Österreich bestellen kann.

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Takeaway.com-Chef Jitse Groen - Foto: Gregor Gruber
Mjam.at konnte sich einen Exklusiv-Deal mit McDonalds sichern. Wieso ist McDonalds nicht bei Lieferservice.at?
Mjam agiert in diesem Fall als Lieferant für McDonalds. Wir wollen nicht selbst liefern. Wir machen nichts kompliziertes, wir schicken eigentlich nur eine Nachricht, 1000 mal pro Minute. Fünf Prozent davon kommen nicht an, da müssen wir nachtelefonieren. Das Zustellen ist aber komplexer und in Europa viel zu teuer. Wenn man die Kosten realistisch betrachtet, müsste man pro Lieferung acht Euro verlangen. Damit tritt man in direkten Konkurrenzkampf mit allen Restaurants auf den Lieferportalen, die kostenlos zustellen.

Könnten Sie sich eine Kooperation mit McDonalds überhaupt vorstellen?
Nicht mit dem derzeitigen System. Ich weiß, dass das mit McDonalds problematisch ist. Die wollen nicht, dass mehrere Lieferungen gleichzeitig ausgefahren werden, nach einer Lieferung muss der Bote gleich zurückkommen. Wenn McDonalds selbst die Lieferung übernehmen würde, würden wir sie bei Lieferservice.at aufnehmen.

Abgesehen von Exklusiv-Deals: Was kann man als Essenslieferant besser machen als die Konkurrenz?
Die Zuverlässigkeit. Mein erstes Ziel war nicht eine europaweite Bestellseite aufzubauen, sondern ein Fax an ein Restaurant zu schicken. Mir war von vornherein sehr wichtig, dass die Bestellung tatsächlich beim Restaurant ankommt. Wir haben ein Kontrollsystem. Das Restaurant erhält einen automatisierten Anruf, der fragt: „Hast du das Fax mit der Bestellung gesehen? Bitte drücke die 5“. Nicht die 1, weil wir wissen, dass das zu einfach ist. Damit garantieren wir, dass ein Mensch das Fax gesehen hat.

Sollte das nicht bei allen Lieferdienst-Websites Usus sein?
Ich glaube, dass das bei vielen Lieferdiensten in Österreich nicht funktioniert, weil diese vergessen haben das Backend zu machen. Auch bei neuen Services wird das oft vernachlässigt. Wir hingegen haben 15 Jahre lang Zeit gehabt, um jeden blöden Fehler zu machen der nur möglich ist.

Wieso bemühen Sie sich um das kleine Österreich, wenn Sie in Deutschland gerade gegen Delivery Hero einen millionenschweren Konkurrenzkampf führen müssen?
Österreich wächst sehr schnell. Ich dachte vielleicht gibt es 50.000 Bestellungen pro Monat. Jetzt sind es 200.000 und ich glaube, dass wir in zwei Jahren eine Million Bestellungen pro Monat haben. Deutschland ist zwar ein großer Markt, aber es gibt viel Konkurrenz und Werbung im Fernsehen ist teuer. Deutschland ist nicht besser als Österreich. Deutschland ist nur groß.

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Die meistbestellten Speisen bei lieferservice.at - Foto: Takeaway.com
Das klingt als würden Sie keine großen Länder mögen.
Viele Investoren haben einen eingeschränkten Weltblick in Europa: Deutschland, England, Frankreich. Frankreich ist der kleinste Essensbestellmarkt in Europa. Der belgische Markt ist genauso groß wie der ganze französische Markt, Österreich ist sogar größer.

In Deutschland machen Sie keinen Gewinn, Lieferservice.de wird vom Haupt-Geschäft in den Niederlanden mitgetragen. Wie sieht es in Österreich aus?
In zwei Jahren werden wir profitabel sein. Wir möchten aber auch gar keine Profite. Man muss sehr groß und sehr dominant sein, um als Lieferportal profitabel zu sein. In Holland haben wir 95 Prozent Marktanteil, sehr viele Bestellungen, sehr wenig Marketingausgaben und deshalb hohe Profite.

Was möchten Sie statt Profite?
Manche Unternehmen sind börsennotiert oder in sie wurde, wie etwa in Delivery Hero, viel investiert. Die müssen jetzt beweisen, dass sie es wert sind. Wir sind ein privates Unternehmen. Ich muss kein Geld verdienen, ich hab schon genug Geld. Ich will auf eine kluge Weise so groß wie möglich werden. Wir haben total 87 Millionen Euro investiert. Das ist viel, aber nicht so viel, wie andere investiert haben. Rocket hat in Delivery Hero hat eine halbe Milliarde Euro investiert. Und die werde ich als nächstes schlagen, dass garantiere ich Ihnen.

Lieferservice.at
Foto: lieferservice.at
Das ist eine ambitionierte Kampfansage.
Das Ziel muss schwer erreichbar sein, dann ist man mit mehr Power dahinter. Ich setze mir immer Ziele in kleinen Schritten: Faxe schicken, groß in Holland werden, groß in Belgien werden und jetzt groß in Deutschland werden. Es werden zwar immer größere Ziele, aber es sind immer noch kleine Schritte.

Was wird der nächste kleine Schritt sein?
Wir planen maximal ein halbes Jahr voraus, nicht wie andere zwei bis fünf Jahre. Wo Takeaway in fünf Jahren sein wird? Keine Ahnung, wahrscheinlich konsolidiert mit einem der anderen Player, weil das gerade im Trend ist. Jetzt ist das noch nicht nötig, aber ich kann mir vorstellen, dass es irgendwann so weit ist.

Was machen Sie, wenn Sie alle Ziele erreicht haben?
Jedes Jahr wird der Betrieb um 50 Prozent größer. Nächstes Jahr habe ich wahreinschlich 1000 Mitarbeiter, also die doppelte Belegschaft von heute. Das ist dann wieder eine ganz andere Arbeit als jetzt. Bisher habe ich jedes Jahr eine andere Arbeit gemacht. Falls ich nächstes Jahr genau dasselbe wie heute mache, bin ich weg.

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Die meistbestellten Speisen nach Bundesländern - Foto: Takeaway.com
Wird die Bezahlmöglichkeit mit Bitcoin im Takeaway-Netzwerk genutzt?
Das läuft schlecht. Am Anfang haben wir viel Feedback und Bestellungen bekommen. Aber das Problem ist, dass eine Person Bitcoin kontrolliert und niemand weiß, was mit dem Geld passiert. Wir haben zwar nur einige hundert Bitcoin-Bestellungen pro Tag, aber wir werden es weiter anbieten, in Zukunft auch in Deutschland.

Welche Features wollen Sie als nächstes implementieren?
Als nächstes möchte ich die Website angehen. Im Vergleich zu anderen Lieferdiensten ist die Website zwar gut, aber für mich nicht gut genug. Wir testen gerade eine responsive Website.

Ist das Ihre Antwort auf die Verlagerung vom PC zum Smartphone?
Die meisten Bestellungen haben wir mobil. Deshalb entwickeln wir nur noch für Apps, Smartphone und Tablet. Auch die neue Website ist vorrangig für Tablets ausgelegt. Ich denke, dass in zwei bis drei Jahren der PC tot ist. Nicht ganz tot, so zehn bis 15 Prozent wird er noch haben, aber tot genug. Bis dahin wird kaum noch jemand über PC bei uns bestellen.

Wie viele Bestellungen gehen jetzt schon per Smartphone und Tablet ein?
In Österreich sind 65 Prozent mobile Bestellungen, das ist der Spitzenwert im Takeaway-Netzwerk. In Holland sind es 60 Prozent. Deutschland und Belgien hinken bei den mobilen Bestellungen zwei bis drei Jahre hinterher.

Was halten sie von Angeboten wie Kochabo, die die Zutaten und passende Rezepte zustellen?
Ich glaube, dass es ein gutes Konzept ist. Ist es so gut wie Lieferportale? Nein, weil in der Potenz die Profite bei Lieferportalen größer sind. Die Zielgruppe für Essen bestellen ist die Hälfte der Bevölkerung in Mitteleuropa, bei der Zutatenlieferung sind es vielleicht fünf bis zehn Prozent. Man muss kochen können, die Zeit und das Geld haben.

Über Dienste wie das deutsche EatFirst, die sich auf gesunde Speisen spezialisieren, haben Sie in einem Interview gesagt: „Gesundes Essen wird überschätzt.“
Dieses Interview wurde schärfer geschrieben als ich es tatsächlich gesagt habe. Was ich meine ist, dass solche Dienste im Grunde ein Restaurant mit App sind. Das darf man nicht überdramatisieren, dass es etwas großes ist. Die machen auch immer dasselbe: Es ist Essen, das in einem Wagen warm gehalten wird. Das ist nicht sehr leckeres Essen. Und auch bei diesen Diensten gilt: Man muss liefern. Das kostet 8 Euro pro Lieferung. Wieso sollte man dafür mehr zahlen als für frisches Essen, das von einem Lieferdienst gebracht wird?

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Jitse Groen - Foto: Andreas Engel
Also ist der Hype um diese Dienste nicht gerechtfertigt?
Diese neuen Dienste werden von Investoren wie Rocket Internet subventioniert. Die geben Leuten 20 Euro um dort zu bestellen. Das kann auf Dauer nicht funktionieren. Man kann eine Pflanze gießen, damit sie nicht stirbt. Oder man kann jemanden dafür 100 Euro bezahlen. In beiden Fällen wird die Pflanze überleben, aber man kann doch verstehen, dass es Blödsinn ist, jemanden 100 Euro zu geben um eine Pflanze zu gießen.

Ihr erstes Essenslieferportal haben sie in den Niederlanden im Jahr 2000 gegründet. Wäre so ein Erfolg 2015 wiederholbar?
Jetzt kann man mit einer App sehr viel Geld verdienen, aber nicht mehr mit Essen bestellen. Ich habe Glück gehabt, dass ich zum richtigen Zeitpunkt gestartet bin – eigentlich drei Jahre zu früh, weil es noch kein Breitband-Internet gegeben hat. Wenn man jetzt mit so etwas starten möchte hat man keine Chance, weil es viel zu Geld kostet. Damals habe ich die Basis in Holland für sehr wenig Geld aufbauen können. In Frankreich oder Luxemburg hätte das nicht funktioniert, weil es dort den Markt nicht gibt.

Werden Lebensmittel-3D-Drucker eine Konkurrenz für Zustelldienste?
Ich bin natürlich ein großer Star-Trek-Fan, aber das glaube ich nicht. Man braucht ja trotzdem die Zutaten. Da ist die Pizza aus dem Supermarkt eine größere Konkurrenz, die ist nämlich in den vergangenen Jahren gut geworden.

Haben die Lieferdienstportale die Qualität der zugestellten Speisen verbessert?
Die Qualität der Essenslieferanten wird besser, weil man auf den Portalen die Bewertungen sieht. Auch die Auswahl wurde größer: Jetzt liefern immer mehr chinesische Restaurants und Sushi-Lokale, weil sie mit den liefernden Pizzerias mithalten wollen- es ist eine schöne Welt. Wir sagen auch den Restaurants: „Bitte kostenlos liefern, bitte auf dieses und jenes achten.“ Wenn ein Kunde sich beschwert, geben wir das ans Restaurant weiter. Das Lokal kriegt 100 bis 200 Bestellungen pro Monat von uns, wenn wir uns beschweren, hat das mehr Gewicht, als wenn ein einzelner Kunde anruft.

Akzeptieren die Restaurants Ihre Vorgaben?
Die meisten sind zufrieden mit uns, sie würden nur gerne weniger Provision bezahlen. Dafür helfen wir ihnen aber durch die Website auch und geben ihnen eine größere Kundenbasis, als sie mit Flyern abdecken könnten. Wir bieten Betrieben auch Scooter an, die sonst nicht liefern könnten.

Lieferservice.at
Foto: lieferservice.at
Dürfen die Lokale mit den Scootern auch Bestellungen von anderen Portalen ausliefern?
Es ist eine freie Welt. Sie bekommen die Scooter günstig geleast bei uns, wir arbeiten dafür mit anderen Firmen zusammen. Ob sie nur unsere oder andere Bestellungen damit ausliefern, ist uns egal.

Stimmt es, dass Sie mit 100 Gulden gestartet sind und zum Millionär wurden oder ist das nur eine romantisierte Darstellung?
Die 100 Gulden waren für die Registrierungsgebühr für Thuisbezorgd.nl, das 2010 zu Takeaway wurde, und den Betrieb des Servers. Danach gab auch Subventionen für Studierende, dieses Geld habe ich gleich in das Projekt reingeschmissen. Ich habe damals geglaubt, dass wir innerhalb von zwei Monaten 200 Bestellungen pro Tag haben. Tatsächlich war es erst nach zwei Jahre soweit. Dann konnte ich den ersten Mitarbeiter einstellen.

Haben sich Ihre Essensgewohnheiten stark verändert, seit sie vom Studenten zum Millionär geworden sind?
Ich esse öfters außerhalb, aber ich liebe immer noch Pizza. Ich glaube nicht, dass sich mein Verhalten geändert hat. Aber es wird alles größer, das ist etwas befremdlich. Wir sind gerade in Berlin in ein Büro mit 2000 Quadratmetern umgezogen. Ich bin noch nie dort gewesen. Das erste Büro in Belgien habe ich noch selbst ausgesucht.

Was ist Ihre Lieblingsspeise?
Pizza Quattro Formaggi – Holland ist ein Käseland.

Sind Sie immer noch Hobby-Pilot oder haben Sie durch die häufigen Geschäftsreisen genug vom Fliegen?
Ich habe gerade ein Vier-Personen-Flugzeug von Diamond gekauft, das wird in Wiener Neustadt gebaut. Ich bin ein bisschen besorgt. Im Juli soll ich erstmals von Wiener Neustadt nach Holland fliegen, das dauert vier Stunden. Bisher bin ich nie weiter als 200 km am Stück geflogen. Aber das Schöne an österreichischen Flugzeugen ist, dass man ganz viele Sicherheitssysteme drinnen hat, wie etwa ein Anti Collision System.

Werden Sie dann auch zu Ihren Geschäftsterminen selbst fliegen?
Das ist natürlich eine Option. Wenn ich in das Büro nach Polen will, bräuchte ich einen Gabelflug. Mit der eigenen Maschine kann ich direkt fliegen. Aber es bleibt vorrangig ein Hobby, um den Kopf freizukriegen. Wenn man ein eigenes Unternehmen hat, denkt man sonst ständig daran. Wenn ich im Flugzeug ans Unternehmen denke anstatt ans Fliegen, bin ich tot.

Wie groß ist derzeit ihr Privatvermögen? 2014 wurden sie auf 35 Millionen Euro geschätzt.
Es sind mehr als die 35 Millionen, aber ich bin kein Milliardär. Es ist schön, dass man viel Geld zum Ausgeben hat, aber dazu fehlt mir die Zeit. Ich halte weniger als 50 Prozent Anteile am Unternehmen, aber ich habe genug Geld. Für mich ist nicht wichtig, wie hoch das Unternehmen zur Zeit bewertet wird, weil ich derzeit nicht verkaufen will.

Zur Person

Jitse Groen (37) hat sein Unternehmen im Jahr 2000 als 21-jähriger Student mit der Website Thuisbezorgd.nl gegründet. 2002 konnte er seinen ersten Mitarbeiter einstellen, 2007 expandierte er nach Deutschland und Belgien, 2008 mit Lieferservice.at nach Österreich. Groen wäre gerne wieder 26 Jahre alt, um „die Erfahrung von jetzt zu haben, und ein ganzes Leben um etwas daraus zu machen.“

Seine Bestellportale, ebenso wie die Konkurrenten Mjam.at und Netkellner.at, sind Vermittler. Der Kunde bestellt über die Website, die Bestellung wird an das Restaurant weitergeschickt. Die Restaurants zahlen Provision für jede Bestellung. Das Restaurant erspart sich dafür einen eigenen Webauftritt, der Kunde hat eine größere Auswahl und kann auch online bezahlen.

Österreichischer Markt

In Holland hat Takeaway.com einen Marktanteil von 95 Prozent. Lieferservice.at wächst derzeit um 60 Prozent und hat über 1500 Restaurants in Österreich gelistet. Laut Groen ist das doppelt so viel wie beim Konkurrenten Mjam.at. Laut Groen läuft das Geschäft besser als in Belgien, obwohl man dort einen Marktanteil von 85 Prozent hat.

Lieferservice.at verzeichnet derzeit 200.000 Bestellungen pro Monat. In Wien gibt es mehr Bestellung als in Berlin oder Hamburg. Das Lieblings-Lieferessen der Österreicher ist, wenig überraschend, italienische Pizza, gefolgt von amerikanischer Pizza und chinesisch. Das Schlusslicht der Top 10 bildet ägyptisches Essen. In Wien, Burgenland, Salzburg und Kärnten wird am häufigsten Pizza bestellt. In Oberösterreich, Tirol und Vorarlberg wird Kebab bevorzugt. Die Niederösterreicher essen am liebsten Burger, die Steirer chinesisch.

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(futurezone) Erstellt am 22.07.2015, 06:00

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