Digital Life
20.09.2018

Marokko bekommt Windkraftwerk mit integrierter Bitcoin-Mine

Weil die Anbindung ans Netz dauern kann, wollen US-Finanziers den Strom eines neuen Kraftwerks für Bitcoin-Mining nutzen.

An der Südküste Marokkos sind die Voraussetzungen für Windkraftwerke exzellent. Allerdings ist das Stromnetz in der Region nicht gut ausgebaut, die Anbindung neuer Kraftwerke ist schwierig und erfordert viel Zeit. Das US-Unternehmen Soluna glaubt, eine Lösung für das Problem gefunden zu haben. Es will im Jänner 2019 mit dem Bau einer 36-Megawatt-Windkraftanlage beginnen. Um den Strom auch ohne Anbindung ans nationale Stromnetz verwerten zu können, soll eine Großanlage zum Schürfen von Bitcoin integriert werden, berichtet Ars Technica. Damit der Plan umgesetzt werden kann, muss Soluna aber noch 100 Millionen US-Dollar an Kapital einsammeln.

Auch bei Windstille

So soll die Zeit überbrückt werden, bis eine Anbindung ans marokkanische Netz erfolgen kann. Soluna hat sich die Nutzungsrechte für insgesamt 150 Quadratkilometer Land gesichert, das eine Gesamtwindkraftkapazität von 900 Megawatt erlauben würde. Die Anlage könnte also weiter ausgebaut werden. Die Serverfarm zum Bitcoin-Schürfen sollen bis zu 18 Megawatt Strom beziehen. Zudem gibt es einen Speicher, um die Schürfanlage auch in windstillen Phasen betreiben zu können.

Die Bitcoin-Schürffarm würde auch nach einem Anschluss ans Stromnetz erhalten bleiben. Solunas Ziel ist es, nachhaltigere Wege zu finden, Blockchains, auf denen auch Bitcoin basiert, zu betreiben. Das Unternehmen wurde von der New Yorker Investmentfirma Brookstone Partners gegründet.