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Start-up-Geschichten

mcpublish: "Digital First" als Verlagsprinzip

"Es ist schon bezeichnend, dass trotz der Entwicklungen der letzten Jahre bislang eigentlich alle Verlage nur versuchen, das was sie immer schon gemacht haben, jetzt irgendwie ins Netz zu übertragen", sagt Fabian Burstein im Gespräch mit der FUTUREZONE. Er ist einer der Gründer des digitalen Buchverlags mcpublish mit Sitz in Purkersdorf nahe Wien, der vergangene Woche offiziell startete und nach Eigendefinition der erste digitale Buchverlag überhaupt sein will, der sich auf Erstveröffentlichungen im Web spezialisiert hat. "Wir kaufen keine Lizenzen von bestehenden Werken ein, sondern wollen Bücher und Autoren wirklich vom Grund her aufbauen und digital publizieren - das ist unser Alleinstellungsmerkmal", erklärt Burstein.

Das Angebot von mcpublish umfasst digitale Hörbuch- und E-Book-Erstveröffentlichungen in den Bereichen Literatur, Kinder- und Sachbuch. Aktuell ist die Auswahl im Bereich Hörbuch am größten, bei E-Books setzt der Verlag der drei Jungunternehmer auf zwei Formate: PDF und EPUB, ein inzwischen etablierter Standard für elektronische Bücher. Plattformen wie iPad oder Smartphones wurden vorerst außen vor gelassen. Man konzentriere sich zunächst auf "normale" E-Book-Versionen.

Gekauft werden können die Titel entweder direkt auf der Webseite von mcpublish oder über gängige Vertriebsplattformen wie iTunes, audible.de oder ciando.de. Obwohl das Portfolio noch überschaubar ist, zeigt sich Burstein stolz: "Anders als erwartet haben wir zum Start nicht nur unbekannte Jungautoren, sondern tatsächlich auch bereits etablierte Namen gewinnen können." So konnte mcpublish etwa Autoren wie Michael Stavaric und André Müller verpflichten.

Faire Autorenbeteiligung
Das Preismodell bei mcpublish basiert laut Burstein zwar auf einigen Richtwerten aus dem E-Booksektor, soll für die Autoren aber mehr abwerfen, als generell üblich. Details zur Autorenbeteiligung sollen vertraulich bleiben, "der Anteil, den die Autoren bei uns erhalten, ist allerdings um 100 Prozent höher als im klassischen Verlagswesen ausbezahlt wird", so Burstein. Dass sie mit mcpublish reich werden, erwarten die drei Betreiber offenbar nicht: "Es ist uns zunächst gar nicht so wichtig, viel Geld zu verdienen, wir sehen - so gerne wir dafür belächelt werden - hier einfach die Möglichkeit, etwas Gutes auf die Beine zu stellen und Autoren faire Konditionen zu bieten."

Im Verkauf kommen die Preise der digitalen Bücher durchaus jenen in gedruckter Form nahe: André Müllers "Abschied" kostet in der EPUB-Version 18,99 Euro, das Sachbuch "Wo die Goldfisch" geigen..." von Birgit Denk kommt auf 12,99 Euro. Hörbuch-Versionen kosten in der Regel etwas mehr.

Ein Titel pro Monat
Finanziert wird der Verlag komplett aus der eigenen Tasche der drei Gründer. Man habe nicht einmal um Förderungen angesucht. "Uns ist jetzt einmal wichtig, dass wir unser Portfolio erweitern können. Wir würden in Zukunft gerne jeden Monat zumindest einen neuen Titel publizieren."

Das Gros an Arbeit bewältigen die drei Firmenbetreiber selbst. Mit der digitalen Welt und der Literaturszene sei man inzwischen vertraut genug, um die Hauptaufgaben für einen solchen digitalen Buchverlag in die eigene Hand nehmen zu können. "Aber natürlich gibt es auch Bereiche, bei denen wir Unterstützer haben, die uns Aufgaben abnehmen: etwa die Umsetzung des Webshops", sagt Burstein, der das gesamte Projekt auch als Lernprozess betrachtet. "Wir sind mit unserer Weisheit noch lange nicht am Ende angelangt und probieren jetzt einfach mal vieles aus."

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Im Rahmen der Serie Start-up-Geschichten berichtet die Futurezone über aktuelle Entwicklungen bei heimischen Start-ups und porträtiert junge Unternehmen und frische Internet-Ideen.


Fabian Burstein, einer der mcpublish-Gründer

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