Digital Life
18.10.2012

Medizingeräte sind sehr anfällig für Viren

Sensible medizinische Technologie ist teilweise enorm anfällig für Schadsoftware, wie Gesundheits- und Sicherheitsexperten nun herausgefunden haben. Demnach könnten die virtuellen Viren so aggressiv sein, dass auch Patienten dabei zu Schaden kommen.

Hauptgrund für die Gefahr sind veraltete Computersysteme, wie die BBC berichtet. Demnach wurden die Warnungen im Rahmen einer Podiumsdiskussion in Washington DC herausgegeben. Mark Olson, der Sicherheitschef des Beth Israel Deaconess Medical Center in Boston gab etwa an, dass in dem Krankhaus 664 Computer mit alten Versionen von Windows betrieben werden. Laut Kevin Fu, ein Experte bei medizinischer Technologie, wurden die Geräte nicht aktualisiert, weil die Verantwortlichen Sorgen hatten, dass sie danach nicht mehr den strengen Anforderungen des US-Gesundheitsministeriums entsprechen.

„Stellen Sie sich vor, sie haben ein Herzfrequenzmessgerät, das unter Windows läuft und sich verlangsamt, weil es mit einem Computervirus infiziert ist." Den Experten zufolge existieren auch Befürchtungen, dass die medizinischen Computer Teil von Botnetzen und etwa für Spam genutzt werden. Derzeit gebe es aber keine Anzeichen, dass etwas Derartiges bereits vorgefallen sei.

Herzschrittmacher-Viren
Laut dem Sicherheitsexperten Barnaby Jack sind auch Herzschrittmacher und implantierte Defibrillatoren anfällig für Angriffe über ihre Funkschnittstelle. Im Rahmen der Ruxcon Breakpoint Sicherheitskonferenz zeigte er laut The Register auch eine Attacke gegen einen implantierbaren Kardioverter-Defibrillator vor und brachte das Gerät dazu, 830 Volt abzugeben. Möglich ist das, weil die lebensnotwendigen Geräte über eine drahtlose Schnittstelle verfügen, über die sie gewartet werden können.

Derartige Attacken könnten gezielt eingesetzt werden, um Einzelpersonen zu schaden. Es könnte aber auch ein Worst-Case-Szenario eintreten, wobei mehrere Geräte infiziert werden und sich der Computervirus von Mensch zu Mensch ausbreitet.

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