DEUTSCHLAND
11/23/2010

Netzkompetenz: Schlechte Noten für Parteien

Nur jeder Dritte vertraut einer Partei in Sachen Netzpolitik

Die Kompetenz der deutschen Parteien in der Netzpolitik wird überwiegend skeptisch beurteilt. Bei einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa für den IT-Fachverband BITKOM war jeder sechste Wahlberechtigte der Meinung, dass keine der größeren Parteien überhaupt etwas vom Internet oder der Netzpolitik versteht. Jeder zweite sieht sich nicht in der Lage, einer Partei besondere Sachkenntnis zuzuschreiben. Nur jeder Dritte kann bei einer politischen Partei Internetkompetenz erkennen.

Das Ergebnis müsse die Politik aufrütteln, erklärte BITKOM- Präsident August-Wilhelm Scheer. "Netzpolitik ist eines der bestimmenden Themen, und es kann in Zukunft mit wahlentscheidend sein." So gaben immerhin 60 Prozent der Befragten an, dass Internet-Themen eine größere Rolle in der Politik spielen müssten.

Grüne und Piraten voran

In der Befragung schnitten die Grünen am besten ab: Zehn Prozent der Wahlberechtigten gaben an, dass diese Partei am ehesten etwas von dem verstehe, was mit dem Internet zusammenhänge. Danach folgen CDU/CSU (8 Prozent), Piratenpartei (7 Prozent), SPD und FDP (jeweils 4 Prozent) und Die Linke (2 Prozent) - in der offenen Befragung konnten auch mehrere Parteien genannt werden.

Unter Akademikern schnitten Grüne (15 Prozent) und Piraten (13 Prozent) überdurchschnittlich ab. Bei den Piraten gab es auch den größten Unterschied zwischen Männern (12 Prozent) und Frauen (2 Prozent). Befragt wurden 953 deutschsprachige Personen ab 18 Jahren.

(dpa/futurezone)

Forsa befragte im Auftrag des BITKOM 953 deutschsprachige Personen ab 18 Jahren. Bei der offenen Befragung konnten spontan auch zwei oder mehr Parteien genannt werden. Die Umfrage gilt als repräsentativ.

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BITKOM-Aussendung