Digital Life
06/10/2013

Neuer hartnäckiger Android-Trojaner entdeckt

Der von Kaspersky entdeckte Trojaner verbreitet sich nahezu unentdeckt und ist ohne Root-Rechte nicht löschbar. Derzeit ist er laut Kaspersky noch nicht weit verbreitet, dennoch sei er ein Weckruf, denn die Komplexität der Schadsoftware nehme zu und gleiche zunehmend der ihrer Windows-Pendants.

Der Security-Spezialist Kaspersky hat eine neue Schadsoftware entdeckt, die demnach der derzeit "hartnäckigste" Android-Trojaner sei. Über eine Sicherheitslücke in Android verschafft sich das Programm Zugang zu Administratorrechten und entfernt sich selbst aus der Liste der installierten Apps, sodass der Nutzer keinen Verdacht schöpft und diese ohne Root-Rechte nicht selbst entfernen kann. Andere Android-Trojaner versuchten bisher ihre Präsenz dadurch zu verbergen, indem sie vorgeben, eine normale, harmlose App zu sein.

Mehrwert-SMS
Ist die Software einmal installiert, teilt sie zahlreiche Informationen wie IMEI, Telefonnummer, Mac-Adresse sowie den voreingestellten Namen mit einem zentralen Server, von dem auch regelmäßig neue Mehrwertnummern abgerufen werden. Diese kontaktiert der Trojaner dann und belastet so mit Premium-SMS die Rechnung des Nutzers. Eingehende SMS werden zuvor gefiltert, sodass der Nutzer von den Mehrwert-SMS nichts mitbekommt. Des weiteren kann der Betreiber der Schadsoftware mit Hilfe von SMS Anweisungen an den Trojaner schicken. Der Trojaner selbst verbreitet sich über Bluetooth oder Phishing-Nachrichten per Mail oder SMS.

Näher an Windows dran
Obwohl die Qualität der Android-Schadsoftware zunehme, seien derartige Trojaner jedoch noch nicht weit verbreitet. Der unter dem Namen Backdoor.AndroidOS.Obad.a bekannte Trojaner sei während einer dreitägigen Überwachung von Kaspersky nur für 0,15 Prozent aller Infektionen verantwortlich gewesen. Dennoch zeige es, dass die Komplexität der Android-Schadsoftware zunehme und sie damit näher an das Funktionsprinzip von Windows-Trojanern rücken würden.

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