social media
01/25/2011

Niki Lauda entfacht Proteststurm auf Facebook

Auf Facebook formieren sich Gegner von Niki Laudas homophoben Aussagen: Zwei entsprechende Facebook-Seiten haben innerhalb weniger Stunden bereits jeweils mehr als 1200 Mitglieder gesammelt. Die FUTUREZONE hat nachgefragt, wie Unternehmen in solchen Situationen reagieren sollten.

von Thomas Prenner

Niki Lauda steht im Kreuzfeuer der Web-Kritik. Der ehemalige Formel-1-Rennfahrer und heutige Airline-Chef hat mit seinen umstrittenen Aussagen über den bekennenden Homosexuellen Alfons Haider und dessen Auftreten in der Fernsehshow "Dancing Stars" auf Facebook für Aufregung gesorgt. Bereits kurz nachdem das Interview in der Nacht zum Montag auf dem Internetportal der Tageszeitung //Österreich// veröffentlicht wurde, sind auf Facebook zwei Seiten entstanden, die sich gegen Lauda und seine Aussagen aussprechen. Die Facebook-Seiten "Schwules Tanzen" und "Gegen homophobe Einstellungen von Niki Lauda" hatten Dienstagvormittag schon über 1100 Anhänger - die Zahl ist weiter steigend.

"Das Schlimmste, das passieren kann"
Doch die Kritik spielt sich nicht nur auf diesen inoffiziellen Seiten ab, sondern droht auch auf Laudas Fluglinie NIKI abzufärben. Denn auf der offiziellen Facebook-Fanseite von NIKI finden sich stündlich immer mehr kritische Kommentare zu den umstrittenen Aussagen. Viele Kunden zeigen sich über die Ansichten von Lauda enttäuscht und drohen nun damit, die Fluglinie in Zukunft zu meiden.

"Das ist das Schlimmste, das einem Unternehmen im Social-Media-Bereich passieren kann," hält Jonny Jelinek, Mitbegründer der Wiener Social-Media Agentur Webfeuer, im Gespräch mit der FUTUREZONE fest. Grundsätzlich sei Kritik auf den offiziellen Firmenauftritten im Web durchaus positiv zu sehen, da man als Unternehmen direkt darauf reagieren und den Kunden direkt ansprechen könne, so Jelinek. Im aktuellen Fall seien die Ausmaße jedoch ungleich größer.

Auf die Frage wie Unternehmen in einer solchen Situation reagieren sollen, rät Jelinek: "Grundsätzlich falsch wäre es hier einfach zu schweigen. Man sollte auf Facebook als Unternehmen so reagieren, wie man es privat unter Freunden auch tun würde: Mit einer ehrlichen und ernst gemeinten Entschuldigung." Im konkreten Fall kann der sogenannte "Shitstorm" laut Jelinek nur von Lauda selbst gestoppt werden.

"Klar ist, dass das eine besondere Herausforderung für die betreffende Agentur ist, die nur mit der Hilfe Niki Laudas selbst gelöst werden kann. "Im Idealfall sollte Niki Lauda ein YouTube-Video produzieren, wo er entgegen seiner Aussagen selbst mit einem Mann tanzt. Das wäre die einzige Möglichkeit, die Welle an Kritik mit einem Schlag aufzuhalten."

Unternehmen als Opfer von Online-Kritik
Fly Niki ist nicht die erste Fluglinie, die mit Kritik aus dem sozialen Web zu kämpfen hat: Erst Mitte 2009 sorgte der Sänger Dave Carroll mit dem Song samt passenden YouTube-Video "United Breaks Guitars" für Aufregung. In dem Stück beklagt der Sänger, dass die Fluglinie seine Gitarre beim Transport beschädigt hatte und sich weigerte für den Schaden aufzukommen.United Airlines entschied sich damals wenig bis gar nicht auf die Kritik einzugehen und erntete laut der //Times// einen geschätzen Verlust von rund 180 Millionen US-Dollar in Aktienwert.

Noch ein Stück geschmackloser ist die Geschichte der Fast-Food-Kette Domino"s Pizza: Hier kam ein YouTube-Video an die Öffentlichkeit, das einen Mitarbeiter zeigt, wie er die Zutaten für eine Pizza vor dem Belegen in seine Nase steckte. Der Konzern versuchte zuerst das betreffende Video vom Netz verschwinden zu lassen und rechtliche Schritte einzuleiten. Als dieses Vorhaben nicht den gewünschten Effekt brachte, reagierte Domino"s mit einem Eintrag im offiziellen Blog samt erklärendem YouTube-Video. Diese Schritte kamen jedoch zu spät, laut Marktforschern war der Imageverlust des Unternehmens enorm.


Lauda: Kein Kommentar

Lauda denkt derzeit aber offenbar nicht daran, die Wogen persönlich glätten zu wollen. Gegenüber der Nachrichtenagentur pressetext ließ die Sprecherin der Fluglinie Niki lediglich verlauten, dass man die Angelegenheit nicht kommentieren wolle, da es sich um eine persönliche Meinung Laudas handle. Gleichzeitig kündigte die Sprecherin aber an, ein Diskussionforum zum Thema auf der offiziellen Facebook-Seite einzurichten.

(Thomas Prenner)

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