Digital Life
08/21/2013

Österreichs Internetsurfer im Fokus Krimineller

Die russische IT-Sicherheitsfirma Kaspersky Lab listet Österreich erstmals unter jene 20 Länder, in denen Computer dem höchsten Risiko einer Infektion über das Internet ausgesetzt sind. Österreich sei aktuell das am meisten gefährdete Land in ganz Westeuropa.

Im zweiten Quartal 2013 registrierte das Kaspersky Security Network (KSN) weltweit 577,159.385 Attacken von Internet-Ressourcen. Damit wurden 35,2 Prozent aller Rechner mindestens einmal während des Surfens angegriffen. Im Vergleich zum Vorquartal (39,1 Prozent) bedeutet das einen leichten Rückgang.

Weltweit Rang 17
In Österreich hingegen haben die Antivirus-Produkte von Kaspersky Lab bei 34,85 Prozent aller Anwender im zweiten Quartal mindestens einmal Alarm geschlagen. Das entspricht Rang 17 der „Weltrangliste". Auf den ersten zwölf Plätzen landeten mit Ausnahme von Vietnam nur ehemalige Sowjetrepubliken. In Deutschland (Platz 21) ist das Risiko mit rund 34 Prozent geringfügig niedriger als in Österreich. Wesentlich sicherer dürfen sich Internetsurfer in der Schweiz fühlen, auch wenn die Eidgenossen aktuell nicht mehr zu den zehn sichersten Ländern gezählt werden.

Mobile Gefahr
Weltweit gesehen sei im Untersuchungszeitraum April bis Juni vor allem die Anzahl mobiler Schädlinge drastisch gestiegen. Laut Kaspersky Lab „warten inzwischen wohl deutlich mehr als 100.000 schädliche Apps auf den Download durch arglose Anwender".

Apps im Fokus
Cyberkriminelle laden legitime Apps herunter, versehen sie mit dem Schadcode und laden sie wieder in die Stores von Drittanbietern hoch. Populäre Apps werden deutlich öfter modifiziert, da Anwender häufiger aktiv danach suchen. Nach Angriffsarten bestehen die im KSN verzeichneten mobilen Schadcode-Samples zu 32,3 Prozent aus Backdoors, zu 27,7 Prozent aus SMS-Trojanern und zu 23,2 Prozent aus klassischen Trojanern. Spionage-Trojaner kommen auf 4,9 Prozent.

Gefahrenquelle Bitcoin
Die virtuelle Währung Bitcoin steht bei Cyberkriminellen hoch im Kurs. Kasperksy Lab deckte im April eine Kampagne auf, bei der die Kommunikations-Software Skype genutzt wurde, um Bitcoin-Mining zu betreiben: Über Social-Engineering-Tricks wurden Skype-Anwender zur Installation der Malware veranlasst. Die Kampagne erreichte Klickraten von bis zu 2.000 Stück pro Stunde. Die so auf den missbrauchten Computern generierten Bitcoins wurden an den Account der kriminellen Initiatoren gesendet.

Im Mai registrierten die Computerexperten eine brasilianische Phishing-Kampagne, die sich gegen die Nutzer von MtGox richtete., eine japanische Handelsplattform, die bis zu 80 Prozent aller Bitcoin-Transaktionen abwickelt. Das Ziel war, an die Login-Daten der MtGox-Nutzer zu gelangen, um deren Bitcoins zu stehlen.

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