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Hasspostings Projekt geht Gewalt gegen Frauen im Netz auf den Grund.

Projekt gegen Hass im Netz: Frauenministerin Pamela Rendi-Wagner
Projekt gegen Hass im Netz: Frauenministerin Pamela Rendi-Wagner - Foto: APA/HELMUT FOHRINGER
Ein vom Frauenministerium ins Leben gerufenes Projekt will Daten zu Mobbing und Hasspostings gegen Frauen im Netz erheben und Schulungen für Beratungsstellen anbieten.

Hasspostings im Internet nehmen zu, besonders häufig sind Frauen Ziel der Aggressionen. Detaillierte Zahlen gibt es nicht, da sich viele Opfer scheuen, die Gewalt öffentlich zu machen. Das soll ein vom Frauenministerium und dem Staatssekretariat im Bundeskanzleramt initiiertes Projekt ändern. Man wolle eine wissenschaftlich fundierte Expertise zu neuen Formen der Gewalt gegen Frauen aufbauen, um dem Phänomen wirkungsvoll und nachhaltig begegnen zu können, sagte Frauenministerin Pamela Rendi-Wagner (SPÖ) am Dienstag bei der Präsentation des Projekts in Wien. Phänomene wie Stalking, Nötigung und sexuelle Gewalt seien auch im Internet zu finden, Aggression in Hasspostings nehme in vielen Fällen frauenverachtende Züge an, sagte Rendi-Wagner: "Dem müssen wir schnellstens begegnen."

Erste Ergebnisse des von der Universität Wien wissenschaftlich begleiteten Projekts sollen Anfang 2018 vorliegen, sie sollen österreichweit Beratungsstellen zur Verfügung gestellt und in Schulungen von Beratern einfließen, kündigte Rendi-Wagner an.

Frauenspezifische Antworten

"Uns fehlen viele Daten", sagte Staatssekretärin Muna Duzdar (SPÖ), Frauen seien vom Hass im Netz überproportional betroffen. Deshalb brauche man frauenspezifische Antworten.  

Es zeichne sich ab, dass Dinge, die im analogen Raum passieren, in den virtuellen Raum übertragen würden, mit der Verschärfung, dass sie in einer größeren Öffentlichkeit stattfinden würden,  sagte Anna Müller-Funk vom Forschungszentrum für Menschenrechte an der Universität Wien, die das Projekt wissenschaftlich begleitet: "Es ist schwerer ein Video auf YouTube löschen zu lassen, als Schmierereien auf der Klotür zu entfernen."

Unterstützung

Zwei Drittel der Frauen würden das Internet nicht als sicheren Raum wahrnehmen, sagte Müller-Funk. Mit der Studie wolle man nun erheben, wie viele Frauen tatsächlich von Gewalt im Internet betroffen sind und welche Unterstützung sie brauchen.

"Es gibt sicher Bedarf für Beraterinnen, geschult zu werden", sagte Bettina Zehetner von der Beratungsstelle Frauen beraten Frauen, die seit mittlerweile zwölf Jahren auch Online-Beratung für Frauen anbietet. Gewalt sei dabei eines der häufigsten Themen. "Gewalt weitet sich im Netz aus, wo auch neue Formen der Gewalt gegen Frauen möglich sind", sagte Zehetner: "Gewalt hat im Internet eine Dichte erreicht, die erstaunlich ist."

Am Freitag nimmt auch die von Duzdar initiierte Beratungsstelle gegen Hass im Netz ihren Betrieb auf, an die sich alle Bürger wenden können, die vom Hass im Netz betroffen sind. Die Ergebnisse der Projekts würden auch den Beratern der Meldestelle zugutekommen, sagte Duzdar.

(futurezone) Erstellt am 12.09.2017, 13:14

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