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Netflix-Serie Psychotherapeuten fordern Verbot von "13 Reasons Why".

13 Reasons why - Tote Mädchen lügen nicht
13 Reasons why - Tote Mädchen lügen nicht - Foto: Beth Dubber/Netflix
Die umstrittene Netflix-Serie "13 Reasons Why" ("Tote Mädchen lügen nicht") soll in Österreich und Deutschland verboten werden. Das fordern Ärzte und Psychotherapeuten.

Die im deutschsprachigen Raum unter dem Titel "Tote Mädchen lügen nicht" ausgestrahlte Netflix-Serie "13 Reasons Why", die einen Suizid eines Highschool-Mädchens thematisiert, hat nun auch in Österreich Kritiker auf den Plan gerufen. Am Montag forderte der Österreichische Bundesverband für Psychotherapie (ÖBVP) per Aussendung ein "dringendes Verbot" der Serie in Österreich, nachdem diverse Ärzteverbände auch in Deutschland sich dafür ausgesprochen hatten. Eltern wird zur Vorsicht geraten, wenn Kinder die Serie sehen sollten.

Mythen zu Suizid

Kritiker bemängeln, dass der Selbstmord der Schülerin Hannah Baker, welche ihre Gründe dafür auf Tonbändern hinterlässt, als billiges Vehikel für die Serie missbraucht wird und dabei eine Reihe von Mythen bestätige.

"Beispielsweise wird gesagt, dass die Hauptdarstellerin zu schwach war, um dem Suizid zu entgehen. Tatsächlich ist es aber so, dass Suizid oder Suizidgedanken nichts mit einer starken oder schwachen Persönlichkeit zu tun haben", erklärte Suizid-Forscher Thomas Niederkrotenthaler bereits im Mai in einem Interview mit dem Kurier.

Es werde durch die Serie suggeriert, dass es alternativlose Fälle gebe. "Doch das stimmt nicht. Hilfsangebote sind immer sinnvoll und können auch bei manifester Suizidalität greifen", sagte Niederkrotenthaler.

"Jedes Problem ist lösbar"

Laut Peter Stippl, ÖBPV-Präsident, hätten mehrere Psychotherapeuten aus ihrer täglichen Arbeit mit suizidgefährdeten Kindern und Jugendlichen davon berichtet, dass diese die Serie im Zusammenhang mit ihren suizidalen Gedanken angesprochen hätten.

Anders als die Serie vermittle, gebe es kein Problem, dass nicht lösbar sei. "In Notsituationen sollte man sich unbedingt jemandem anvertrauen, seien das Eltern, Psychotherapeuten oder einer der Notfall-Hotlines wie z.B. Rat auf Draht", so der Appell von Stippl.

Hilfe finden Betroffene in Österreich bei der Telefonseelsorge (142) sowie bei Rat auf Draht (147) und online unter den Webadressen kriseninterventionszentrum.at sowie bittelebe.at. In Deutschland kann man sich ebenfalls an die Telefonseelsorge wenden, die unter der Webadresse telefonseelsorge.de eine Telefonnummer, aber auch Beratung per Mail oder Chat anbietet.

(futurezone) Erstellt am 17.07.2017, 19:41

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