Digital Life
29.03.2018

Qantas plant Betten im Frachtraum von Passagierflugzeugen

Auch ein Bereich, in der sich Passagiere auf Langstreckenflügen körperlich betätigen können, ist laut dem Qantas-CEO denkbar.

Wer im Flugzeug auf Langstreckenflügen schlafen kann, ist entweder gesegnet oder reich genug, um Business oder First zu fliegen. Wenn es nach Alan Joyce, dem CEO von Qantas geht, könnte sich dies bald ändern.

Fairfax Media hat eine Audio-Aufzeichnung zugespielt bekommen, von einem Treffen von Joyce mit Flugexperten in der Londoner Australia-United Kingdom Chamber of Commerce. Darin wurde „Project Sunrise“ besprochen. Dabei will Qantas bis 2022 Direktflüge von Australien nach London und nach New York anbieten.

Betten statt Fracht

Diese Strecken sollen mit modifizierten Boeing 777-8X und Airbus A350-900 geflogen werden. Derzeit sei noch nicht klar ob es möglich ist, die Langstrecke nonstop mit einer vollen Passagiermaschine und Luftfracht zu fliegen. Sollte dies aufgrund des benötigten Treibstoffs nicht möglich sein, schlägt Joyce vor den Frachtraum anderswertig zu nutzen.

Er könnte sich Klappbetten, ähnlich wie in Zugabteilen, vorstellen oder einen Bereich, indem sich Passagiere die Füße vertreten oder zur Auflockerung körperlich betätigen können. In den 70er-Jahren habe Qantas die Business-Klasse erfunden, so Joyce: „Ich weiß nicht ob es 2022 eine neue Klasse geben wird, aber wenn es so ist, wird es wahrscheinlich Qantas sein, die sie erfindet.“ Laut Joyce wurde die Idee für diese „Fracht-Klasse“ bereits an Boeing und Airbus herangetragen.

Umsetzung zweifelhaft

Ob diese Idee tatsächlich umgesetzt wird, ist ungewiss. Auch ist nicht klar, ob diese Klasse gedacht ist, dass Passagiere die gesamte Flugzeit von 17 Stunden darin verbringen. Möglich wäre auch, dass sie zusätzlich zahlen, um von der Economy Class für ein paar Stunden in den Frachtraum gehen zu dürfen, um zu schlafen oder Sport zu machen.

Solche Ideen gibt es immer wieder. 2007 zeigte etwa die Lufthansa einen Vorschlag für eine A380-Kabine, in der Passagiere in Stockbetten auf drei Ebenen übereinander liegen. Virgin Atlantic dachte für den A380 laut über Fitness-Center, Schönheitssalons und Casinos nach.

Nur wenige solche Ideen wurden auch tatsächlich in die Realität umgesetzt. Dazu gehört etwa die Dusche in der First Class der Emirates und „The Residence“, eine Luxus-Kabine mit mehreren Zimmern und Dusche an Bord der Etihad Airways.