© Jürgen Zahrl

USA
06/09/2014

Räuber mithilfe von Gesichtserkennungssoftware verurteilt

In Chicago wurde erstmals ein Verbrecher mittels Gesichtserkennungssoftware ausfindig gemacht und zu einer mehrjährigen Gefängnisstrafe verurteilt.

Ein Gericht hat den 35-jährigen Pierre D. Martin in Chicago zu 22 Jahren Gefängnis verurteilt, nachdem Ermittler ihm mithilfe der Gesichtserkennungssoftware NeoFace von NEC identifizieren konnten. Martin habe demnach einen Mann in der U-Bahn das Handy abgenommen, nachdem er ihn mit einer Waffe bedroht hat. Das berichtet die lokale Tageszeitung Chicago Sun Times. Um Martin festzunehmen, nutzte die Polizei Aufnahmen einer Überwachungskamera und glich das Gesicht des Täters mit den rund 4,5 Millionen Fotos in der Polizeidatenbank ab. So kamen sie auf Martin, der aufgrund früherer Vergehen in den Akten war. Nachdem verschiedene Zeugenaussagen den Verdacht gegen Martin weiter erhärteten kam es zur Festnahme und im Anschluss daran an den Prozess. Die Software NeoFace hat die Chicagoer Polizei mithilfe von staatlichen Zuschüssen um 5,4 Millionen Dollar gekauft.

Die Möglichkeiten zur Gesichtserkennung lassen auch kritische Stimmen laut werden. Die amerikanische Bürgerrechtsunion American Civil Liberties Union (ACLU) zeigt sich etwa laut einem früheren Artikel misstrauisch angesichts der neuen Überwachungsmöglichkeiten und befürchtet, dass es zur wahllosen Massenüberwachung eingesetzt werden könnte. Die Chicagoer Polizei versucht, derartige Bedenken zu zerstreuen und erklärte, dass eine umfassende Überwachung der Bürger nicht geplant sei.