Billionaire entrepreneur Richard Branson prepares to spray champagne at Spaceport America

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Richard Bransons Weltraumflug ist geglückt

Sir Richard Branson hat das kleine "Space Race" gegen Jeff Bezos gewonnen. Der britische Virgin-Gründer ist mit drei anderen Passagieren und zwei Piloten an Bord des Raumschiffs VSS Unity in rund 80 Kilometer Höhe geflogen. Branson hat damit erlebt, was zahlende Kunden seines Weltraumtourismus-Unternehmens Virgin Galactic künftig auf regulärer Basis erleben sollen.

Mach 3

Wetterbedingt verzögerte sich der Start am Sonntag um 90 Minuten. Statt um 15:00 startete Virgin Galactic seine Live-Übertragung des Fluges erst um 16:30. Rund eine Stunde später löste sich VSS Unity von seinem Trägerflugzeug "Eve" - benannt nach Bransons Mutter. Innerhalb weniger Minuten beschleunigte das Raumschiff auf Mach 3 und erreichte die Zielflughöhe.

Vision verwirklicht

Branson und seine Mitreisenden erlebten dort knapp 3 Minuten Schwerelosigkeit und den Blick auf die Erdkugel unter ihnen. Danach ging es im Gleitflug abwärts. 10 Minuten später landete das Raumschiff wieder. Branson gratulierte noch im Landeanflug seiner Firma und nannte die Erfahrung "wunderschön". Mit dem Flug hat er seine Vision eines Transportmittels in den Weltraum für alle verwirklicht.

Weltraum oder nicht

Unter Experten ist es jedoch strittig, ob Branson tatsächlich im Weltraum war: Der Internationale Luftfahrtverband (FAI) und viele andere Experten sehen zwar 100 Kilometer über der Erde als Grenze zum Weltraum an, es gibt jedoch keine verbindliche internationale Regelung. So haben auch Soldaten der US Air Force die Bezeichnung Astronaut erhalten, obwohl sie nur in eine Höhe von 50 Meilen (80,5 Kilometer) geflogen waren. Zum Vergleich: Die Internationale Raumstation (ISS) befindet sich etwa 400 Kilometer über der Erdoberfläche.

Wetteifern um Weltraumtouristen

Branson, der mit seinem Mischkonzern Virgin Group in der Musikbranche und der Luftfahrt ein Vermögen gemacht hat, hatte diesen persönlichen Testflug Anfang Juli angekündigt. Dem vorausgegangen waren mehrere bemannte und unbemannte Testflüge seines Unternehmens. 2014 kam bei einem Absturz ein Pilot ums Leben. Branson wetteifert mit Amazon-Gründer Jeff Bezos und dem Chef des Elektroautobauers Tesla, Elon Musk, um den Einstieg ins Geschäft mit Weltraumtouristen.

Billionaire Richard Branson reacts on board Virgin Galactic's passenger rocket plane VSS Unity after reaching the edge of space above Spaceport America

3-Milliarden-Dollar-Markt

Branchenexperten der Schweizer Großbank UBS rechnen damit, dass sich bis Ende des Jahrzehnts ein Markt von jährlich drei Milliarden Dollar entwickelt. Wohlhabende Menschen aus aller Welt haben sich bei den Anbietern bereits auf die Wartelisten gesetzt, um Flugtickets zum Preis von jeweils rund 250.000 Dollar (210.828,13 Euro) zu ergattern.

Mit dem Fahrrad zum Abflug

Branson betreibt die Raumfahrtfirma Virgin Galactic. Es konkurriert mit den Unternehmen Blue Origin von Bezos und SpaceX von Musk. Die Milliardäre dementieren eine persönliche Rivalität. Bezos, der ebenfalls noch im Juli in neue Höhen starten will, wünschte Branson "einen erfolgreichen und sicheren Flug". Musk kam am Sonntag als Gast zu der Abflugzeremonie. Branson, der bereits Rekordfahrten mit Segelbooten und Heißluftballons unternommen hat, begann seine Tour am Sonntag mit Muskelkraft: Am Weltraumhafen traf er mit dem Fahrrad ein.

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