Digital Life
25.02.2016

Roboter "Pepper" bald auch in Europa im Einsatz

Acht Monate nach der Markteinführung des Roboters „Pepper“ in Japan bereiten die Entwickler einen Europastart vor.

Einige Modelle sollen in den nächsten Monaten bei der französischen Bahn SNCF, der Supermarktkette Carrefour sowie auf Schiffen von Aida Cruises und Costa Crociere zum Einsatz kommen, erklärte Nicolas Boudot von Aldebaran Robotics am Donnerstag auf dem Mobile World Congress in Barcelona. Die 1,20 Meter große Plastikfigur spricht aktuell 20 Sprachen und ist darauf programmiert, Emotionen von Menschen durch deren Mimik oder Stimme zu erkennen und entsprechend darauf zu reagieren.

In Japan seien seit Juni vergangenen Jahres 10.000 „Pepper“-Roboter abgesetzt worden, sagte Aldebaran-Europachef Boudot der Deutschen Presse-Agentur. Etwa 7000 gingen an private Haushalte, 3000 seien in Geschäften als Verkaufshelfer im Einsatz. So soll „Pepper“ beispielsweise auf den Kreuzfahrtschiffen Passagieren beim Einchecken helfen, Orientierung an Bord geben oder Restaurants empfehlen.

550 Euro pro Monat

Für Geschäftsleute kostet die Nutzung des Roboters bei einem monatlichen Leasingpreis von 550 Euro und einer Mindestlaufzeit von drei Jahren knapp 20.000 Euro. Aldebaran Robotic entwickelte „Pepper“ gemeinsam mit dem japanischen Mobilfunk-Anbieter Softbank, der den französischen Hersteller 2012 gekauft hatte. Die Roboter sind in Japan auch in mehr als 100 Läden von Softbank im Einsatz - und demnächst sollen Kunden in einem der Geschäfte mehrere Tage lang nur von ihnen bedient werden.

In Japan mit der schnell alternden Gesellschaft wird sehr ernsthaft über Roboter als Helfer für Senioren nachgedacht. Zugleich wird auch breit mit dem Einsatz menschenähnlicher Roboter im Dienstleistungs-Gewerbe experimentiert, zum Beispiel in Hotels. Aldebaran habe im Gegensatz zu einigen anderen Anbietern bewusst nicht versucht, „Pepper“ einem Menschen ähnlich aussehen zu lassen, betonte Boudot. „Aber er sollte freundlich aussehen, damit die Menschen Vertrauen fassen und mit ihm kommunizieren.“ Er selbst merke, wie der Roboter durchaus Mitgefühl wecken könne.