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© ICRC/Screenshot

Games
10/02/2013

Rotes Kreuz will Kriegsrecht in Computerspielen

Die Organisation wünscht sich, dass Grundsätze des humanitären Völkerrechts auch bei Kriegsspielen gelten. Ansonsten drohe die Bagatellisierung von Kriegsverbrechen.

Das Internationale Komitee des Roten Kreuzes (ICRC) lässt mit einer außergwöhnlichen Forderung aufhorchen. Die Organisation möchte das Kriegsrecht auch in Computerspielen verankert wissen und fordert mehr Realismus in Kriegsspielen. Auf seiner Webseite erläutert das Rote Kreuz warum. So sollen Computerspiele, in denen es zu Übergriffen auf die Zivilbevölkerung, medizinisches Personal oder Verwundete kommt, künftig auch die Grundsätze des humanitären Völkerrechts simuliert werden. Man sorge sich nämlich, dass gewisse Spielszenarien zu einer Bagatellisierung von ernsthatfen Verletztungen des Kriegsrechts führen könnte.

Wie auf dem echten Schlachtfeld kämen auch die Spieler in die Situation gewisse Entscheidungen treffen zu müssen. Solange das Kriegsrecht nicht in den Games gelte, sieht man die Gefahr, dass Verletzungen letztlich auch in der Realität eher als akzeptables Verhalten angesehen werden könnten.

Keine Gewaltdebatte

Das Rote Kreuz hat sich bereits mit einigen Entwicklern zusammengeschlossen, um das Thema diskutieren und eine etwaige Umsetzung in den Spielen zu erzielen. Bohemia Interactive, die Macher von Arma 3, etwa zeigt sich schon bereit, in seinen Spielen nachzubessern und die Forderung umzusetzen.

Eine Gewaltdebatte will das Rote Kreuz nicht lostreten, wie es heißt. Auch um Verbote soll es nicht gehen. Die Forderung spricht die Organisation explizit für Kriegsspiele bzw. sehr realistisch angelegte Action-Games aus, für Games im Fantasy- oder Science-Fiction-Genre wird das Kriegsrecht nicht reklamiert.