Digital Life
14.06.2017

Russischer Cyberangriff auf US-Wahl größer als gedacht

39 US-Staaten waren im Sommer und Herbst 2016 von Cyberangriffen auf elektronische Wahlsysteme betroffen. Obama soll deswegen in Kontakt mit Russland getreten sein.

Aus durchgesickerten NSA-Dokumenten geht hervor, dass der russische Cyberangriff auf US-Wahlsysteme im Sommer und Herbst 2016 weitreichender war, als bisher angenommen. Cyberkriminelle versuchten dabei, in die elektronischen Wahlsysteme von 39 Staaten einzudringen. Dabei wurden Daten zu Wählern gestohlen und auch versucht, Datensätze zu verändern und zu löschen.

Die Angriffsversuche veranlassten Präsident Obama und seine Mitarbeiter, in direkten Kontakt mit Russland über eine Art "rotes Telefon" zu treten. Dabei wurden offenbar Dokumente als Beweise für einen Angriff übermittelt und die russische Regierung vor einem ernsten Konflikt gewarnt. Offenbar kam es am Ende zu keiner Manipulation des Wahlergebnisses. Die Intervention könnte ein Grund dafür sein. Ein anderer Grund könnte die Vielfalt und die Verteilung der elektronischen Wahlsysteme in den USA sein.

Nach Bekanntwerden der Cyberangriffe aus Russland haben US-Geheimdienste Mitarbeiter zu Wahlbehörden im ganzen Land entsandt, die bei der Verbesserung der jeweiligen Cyberabwehr helfen sollten. Nicht alle Bundesstaaten kooperierten dabei. Das volle Ausmaß der Cyberangriffe zur Wahl 2016 sind daher nicht bekannt.