Digital Life
06/17/2013

Schnellster Supercomputer kommt aus China

An der Spitze der schnellsten Supercomputer der Welt steht nun der Tianhe-2, der nahezu doppelt so schnell wie der bisherige Spitzenreiter ist. Mit 33,86 Petaflop pro Sekunde hat er den US-Supercomputer Titan weit hinter sich gelassen. Der beste österreichische Vertreter, der VSC 2, ist auf dem 237.Rang zu finden.

Das halbjährlich veröffentlichte Top 500-Ranking der schnellsten Supercomputer hat einen neuen Spitzenreiter. Der von der chinesischen Universität für Verteidigungstechnologien (NUDT) entwickelte Supercomputer Tianhe-2 ist der Nachfolger von Tianhe-I, der von Ende 2010 bis Mitte 2011 die Rangliste anführte. Der Supercomputer erreichte eine Leistung von 33,86 Petaflop/s im Linpack-Benchmark und ist damit nahezu doppelt so schnell wie Titan, der vorherige Spitzenreiter, der mit 17,59 Petflop/s nun auf den zweiten Platz zurückgerutscht ist. Auch dahinter hat sich nur wenig verändert, auf Platz Drei findet sich nun Sequoia, dessen Leistung mit 17,17 Petaflop/s nur knapp hinter Titan liegt.

Dominante USA
Tianhe-2 kann auf insgesamt 3,12 Millionen CPU-Kerne zurückgreifen. Das kostet jedoch auch dementsprechend viel Energie, insgesamt benötigt das System bei voller Leistung 17,8 Megawatt und kann so nur 1,9 MFlops/W Leistung vorweisen. Titan bleibt mit einem Wert von 2,143 MFlops/W weiterhin eines der energieeffizientesten Systeme. Auf Rang vier folgt mit dem "K Computer" bereits das nächste System aus Asien. Die 705.024 SPARC64 CPU-Kerne des in Japan aufgebaute Supercomputers sorgen für eine Leistung von 10,51 Petaflop/s. Dennoch dominierten die USA weiterhin das Ranking, fünf Vertreter in den Top 10 stammen aus den USA. Dahinter folgt Asien mit drei Supercomputern sowie Europa mit zwei.

Ein österreichischer Vertreter in Top 500
Der schnellste europäische Supercomputer ist weiterhin JUQUEEN, das mit 5,01 Petaflop/s Leistung vom fünften auf den siebten Rang zurückgefallen ist. JUQUEEN ist im Forschungszentrum Jülich in Deutschland aufgebaut. Auch der zweite europäische Supercomputer stammt aus Deutschland. Der SuperMUC des Leibniz Rechenzentrum fiel mit 2,9 Petaflop/s um drei Plätze auf den neunten Rang zurück. Der einzige österreichische Vertreter ist der Vienna Scientific Cluster 2, der seine Leistung von 152,9 Megaflop/s  beibehalten konnte, dadurch allerdings auch von Rang 162 auf 237 abgerutscht ist. Der VSC soll jedoch auch zum VSC 3+ ausgebaut werden, wodurch sich die Leistung verdoppeln dürfte. So wäre auch ein Platz in den Top 100 der Rangliste möglich.

Die Liste wird weiterhin von Intel-Systemen dominiert, mehr als 80 Prozent aller in den Top 500 gelisteten Supercomputer setzen auf CPUs des US-Chipherstellers. Dennoch ist IBMs BlueGene/Q nach wie vor das am stärksten vertretene Supercomputer-Design in den Top 10, vier Supercomputer setzen darauf.