Der Kampf gegen Cyberbullying ist ein Motiv der Gesetzgeber, um Schüler in ihrem Social-Media-Verhalten zu kontrollieren

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Privatsphäre
01/22/2015

Schüler aus Illinois müssen Facebook-Passwort verraten

Verstößt man als Schüler in Illinois gegen Schulregeln, dürfen Lehrer nach dem Facebook-Passwort fragen. Wer die Herausgabe verweigert, kann angezeigt werden.

Eltern von Schulkindern im US-Bundesstaat Illinois erhalten in diesen Tagen einen Brief, der sie darauf hinweist, dass Schulen gesetzlich dazu ermächtigt sind, Passwörter zu Facebook und anderen Social Networks von ihren Kindern zu erfahren. Ist ein Schüler in einen Cyberbullying-Fall verwickelt oder besteht der Verdacht, dass der Schüler eine andere Disziplinarregel verletzt hat, müssen entweder er selbst oder seine Eltern das Passwort verraten. Geschieht dies nicht, wird laut dem Brief ein Bezirksanwalt eingeschalten, da es sich dann um einen Gesetzesverstoß handelt, berichtet das Vice Magazine.

Datenschutzrechtler halten diese Praxis für höchst kontroversiell. "Das ist ein tragisches Beispiel einer übereifrigen Regierung", meint Kade Crockford von der Massachusetts American Civil Liberties Union. "Jedes Mal, wenn eine Schule versucht, das Verhalten von Schülern außerhalb der Schule zu kontrollieren, ist das eine ernsthafte Gefahr für ihre Privatsphäre und ihre Zukunft."

Besonders gefährdet durch die neue gesetzliche Regelung sieht Crockford Schüler aus sozial benachteiligten Familien. Für diese sei die verpflichtende Passwort-Herausgabe ein direkter Kanal ins Gefängnis, befürchtet die Bürgerrechtlerin.

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