Digital Life
23.11.2016

Sklaverei-Vorwürfe gegen Samsung und Panasonic

Mehrere Zulieferer von Samsung und Panasonic werden scharf kritisiert. Sie sollen nepalesische Arbeiter in Malaysia zu unmenschlichen Bedingungen beschäftigen.

Die Elektronikkonzerne Samsung und Panasonic sollen Arbeiter in Malaysia zu Sklaven-ähnlichen Bedingungen beschäftigen. Das berichtet der Guardian, der dazu mehrere nepalesische Arbeiter in Malaysia befragt hat. Diese werden von Zulieferern beschäftigt, die Produkte für Samsung und Panasonic fertigen. Sie sollen bis zu 14 Stunden am Stück ohne angemessene Pausen gearbeitet haben.

Zudem wurde ihnen offenbar ein deutlich höheres Gehalt und bessere Arbeitsbedingungen versprochen. Eine Rückkehr bleibt ihnen jedoch verwehrt, da die Firmen offenbar die Pässe einbehalten und hohe Strafzahlungen verlangen, wenn diese vor dem Ende des Vertrages zurückkehren wollen. Ein Vorgehen, das sowohl von den Gesetzen in Malaysia als auch den Richtlinien von Samsung und Panasonic untersagt wird. Die beiden Konzerne haben bereits angekündigt, dass sie die Vorwürfe untersuchen wollen.

Ein Drittel werden zu Arbeit gezwungen

"Sie haben uns gesagt: 'Wenn du nicht arbeitest oder verschwindest ohne zu bezahlen, werden wir dich in Malaysia begraben'", so einer der Arbeiter gegenüber dem Guardian. Auch für die Jobvermittlung wurden überzogene Beträge verlangt. Obwohl das Gesetz in Nepal die Gebühr auf 10.000 Rupien beschränkt, verlangen viele Vermittler zwischen 90.000 und 115.000 Rupien.

Zudem war der Lohn, der ohnedies deutlich unter dem Mindestlohn liegt, niedriger als ursprünglich versprochen. Die Gehälter von einigen Arbeitern in Panasonic-Fabriken wurden gekürzt, nachdem die Auftragslage nicht so gut ausfiel wie erhofft. Die Arbeitsbedingungen der Elektronikbranche in Malaysia werden bereits seit längerer Zeit scharf kritisiert. So soll ein Drittel der Arbeiter zu Sklaven-ähnlichen Bedingungen beschäftigt werden. Die Elektronikbranche macht 35 Prozent der malaysischen Exporte aus.