Digital Life
12/14/2018

So kommt die Wärme in den Stephansdom

Die Fußbodenheizung im Wiener Stephansdom funktioniert dank neuer Sensoren noch effizienter.

Jeden Tag strömen hunderte Besucher in den Wiener Stephansdom. Sei es, um seine Architektur zu bewundern, eine Kerze anzuzünden oder eine vorweihnachtliche Messe zu besuchen. Dank eines technisch ausgereiften Heizsystems im Fußboden hat es im Inneren des berühmten Wahrzeichens von Wien konstante zwölf Grad Celsius.

Konstante Temperatur

Im Boden des Doms sind 13 Lüftungsstationen verbaut, die über ein Gitter gezielt warme Luft in den Kirchenraum leiten. Damit sich die Wärme optimal verteilt, wird eine spezielle Zirkulationstechnik eingesetzt. Diese funktioniert folgendermaßen: Auf der einen Seite wird kalte Luft reingesaugt. Diese wird mit einem Wärmetauscher umgewandelt und auf der anderen Seite des Gitters rausgeblasen. Die Fußbodenheizung ist an das Fernwärmenetz von Wien Energie angeschlossen und existiert bereits seit 2001 in dieser Form.

„Man bekommt bei der Weihnachtsmette keine kalten Füße“, erklärt Michael Strebl, Geschäftsführer von Wien Energie, im Gespräch mit der futurezone. „Einen Mantel braucht man allerdings schon.“ Denn wärmer als zwölf Grad darf es im Dom ebenfalls nicht werden und Wohnzimmertemperatur darf man sich keine erwarten.

Die wertvollen Kunstwerke und Orgeln vertragen weder tiefere, noch höhere Temperaturen, aber auch eine zu hohe Trockenheit im Raum wäre Gift für die denkmalgeschützten Gegenstände. Deshalb musste die Heizung immer wieder abgedreht werden, worauf sich zahlreiche Besucher der Weihnachtsmette beschwert haben. Doch damit ist jetzt 2018 Schluss.

So sieht das Gitter aus, aus dem die Wärme raufgeblasen wird

Das Gitter muss auch regelmäßig gewartet werden. Im Bild: Wien-Energie-Geschäftsführer mit zwei Technikern.

Auch die Steinmetz-Werkstatt ist jetzt an die Fernwärme angeschlossen

Wolfgang Zehetner, Dombaumeister zu St. Stephan

Feuchtigkeitssensoren

Seit wenigen Tagen gibt es zusätzliche Sensoren im Dom, die die Feuchtigkeit messen und regulieren. „Wir haben jetzt eine zusätzliche Befeuchtung eingebaut“, erzählt Dombaumeister Wolfgang Zehetner. „In der Decke des Doms gibt es viele kleine Löcher. Die waren ursprünglich dazu da, um Dampf abzulassen, wenn es zu feucht wurde. Nun sorgen die über 18 kleine Düsen dafür, dass bei zu großer Trockenheit computergesteuert Wasser versprüht wird“, erklärt der Dombaumeister. Auch die Dombauhütte, die Werkstatt der Steinmetze des Stephansdoms, wurde vor kurzem an die Fernwärme angeschlossen.

Das Heizsystem des Stephansdoms über den Fußboden ist  dabei dank moderner Sensoren nicht nur ein bisschen smarter geworden, sondern auch noch  sehr effizient. „Wien Energie versorgt den Dom mit etwa 360 Megawattstunden Wärme pro Jahr. Das entspricht etwa dem Verbrauch von 30 Wiener Haushalten“, sagt Strebl.

 

Disclaimer: Der Beitrag entstand im Rahmen einer entgeltlichen Kooperation mit Wien Energie.