Digital Life
31.05.2017

Sobotka erwartet keine russischen Cyberangriffe vor Wahl

Die Vorwürfe von beabsichtigter Einflussnahme durch russische Angreifer auf westliche Wahlkämpfe sind für Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) nur Spekulation.

Auch sieht er Österreich offenbar nicht als Ziel: „Russland hat uns immer sehr, sehr zuvorkommend behandelt. Wir sind kein internationaler Player“, sagte Sobotka, der sich diese Woche in Moskau aufhielt, gegenüber dem Ö1-Morgenjournal.

Das Thema Cyberangriffe sei bei den Gesprächen mit seinem Amtskollegen Wladimir Kolokolzew kein Thema gewesen, berichtete das ORF-Radio. Sobotka: Die Vorwürfe seien „weder bewiesen. Jeder spekuliert. Und wenn ich mir die verschiedensten Spekulationen der Geschichte ansehe: was man alles gemeint hat, was man im Irak fände, was in Syrien passieren werde, oder in Libyen, dann ist vieles, was man spekuliert hat, nicht eingetroffen“.

„Andere Bedeutung“ für Russland

Österreich habe außerdem „eine andere Bedeutung“ für Russland, sagte Sobotka weiter: „Wir sind so quasi Schnittstelle, wir sind durchaus auch eine Drehscheibe und Russland hat uns immer sehr, sehr zuvorkommend behandelt.“ Österreich sei „kein internationaler Player in anderen Fragen, weder in der Frage des Nahen Ostens, noch in der Frage Libyens. Deswegen gibt es auch von russischer Seite, von der Sicherheitsseite, keine wie immer geartete Absicht, in Österreich irgendetwas zu beeinflussen.“ Davon gehe er aus.

Ein Innenminister sei gut beraten, die „Polizeiarbeit so zu gestalten, dass das bestmöglich nicht geht“. Die IT-Systeme seien „so zu gestalten, dass sie Angriffe sehen“ und identifizieren. Wenn Österreich angegriffen würde, werden dies „mit allen unseren Möglichkeiten“ richtiggestellt bzw. zur Rede gestellt, betonte Sobotka. In seinen Gesprächen mit Kolokolzew ging es um bessere Zusammenarbeit im Kampf gegen Terror, Organisierte Kriminalität und Cyberkriminalität.