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Aktien Software verzockt 440 Millionen in 45 Minuten.

Foto: ap
Eine neue Aktienhandels-Software erleichterte Knight Capital, einem der größten Börsenhändler der USA, in nur 45 Minuten um fast eine halbe Milliarde US-Dollar. Der Fall "Knightmare on Wall Street" sorgt nun für Diskussionen zum Hochfrequenz-Handel an den Börsen.

So schnell kann es gehen: das 17 Jahre alte Unternehmen Knight Capital begab sich am Mittwoch in die Hände einer neuen Aktienhandels-Software und verlor 440 Millionen US-Dollar in nur 45 Minuten. Knight Capital ist einer der größten Aktienhändler der USA und war laut New York Times allein dieses Jahr für knapp 11 Prozent der Trades verantwortlich. Schaden für die Endkunden entstand angeblich nicht, die Firma kämpft nun ums Überleben.

Die Software sei fehlerhaft, nicht das System
Der in den US-Medien als "Knightmare on Wall Street" bezeichnete Vorfall dürfte wohl für neuerliche Diskussionen zum Hochfrequenz-Handel mit Aktien per Algorithmen sorgen. Beim "High Frequency Trading" wird sehr schneller Handel mit Wertpapieren betrieben, der eine Maximierung des Profits ermöglichen soll. Die Verkaufsgeschwindigkeiten bewegen sich oftmals im Nanosekundenbereich. Die US-Börsenaufsicht diskutiert bereits seit längerer Zeit ein Verbot dieser Handelsform. Knight Capital gab jedoch an, dass ein fehlerhaftes System eingesetzt wurde, weswegen tausende Aufträge an die New Yorker Börse übermittelt wurden, die massiv von den Marktpreisen abwichen.

Gerade noch gerettet
Knight Capital selbst hat nun am Aktienmarkt innerhalb von nur zwei Tagen 75 Prozent an Marktwert verloren, der Betrieb des Unternehmens am Freitag wurde nur mittels mehrerer Kredite gesichert. Die Verluste überstiegen sogar den Umsatz des letzten Quartals, der knapp 289 Millionen US-Dollar betrug, bei weitem. Dennoch erhält das Unternehmen weiterhin Unterstützung von anderen Börsenhändlern, wodurch der Börsenkurs binnen kürzester Zeit wieder um 57 Prozent anstieg. Bereits beim Facebook-Börsengang hatte das Unternehmen Verluste von 35 Millionen US-Dollar hinnehmen müssen. Auch damals war ein fehlerhaftes Computerprogramm für die Probleme verantwortlich.

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(futurezone) Erstellt am 04.08.2012, 12:00

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