Digital Life
25.12.2014

Sony stellt "The Interview" auf YouTube

Trotz Terrordrohungen hat Sony Pictures die umstrittene Nordkorea-Satire „The Interview“ am Mittwochabend überraschend auf YouTube und Google Play zur Verfügung gestellt.

Der Film über die fiktive Ermordung des nordkoreanischen Herrschers Kim Jong-un konnte am Mittwoch am 19.00 Uhr MEZ zunächst auf den US-Netzen von YouTube und Google Play sowie anderen Netzwerken für 5,99 Dollar geliehen oder für 14,99 Dollar gekauft werden.Zuvor hatte Konzernchef Michael Lynton mitgeteilt, Sony habe „immer die Absicht gehabt, den Film auf einer nationalen Plattform zu verbreiten“.

Überraschende Kehrtwende

Schon am Dienstag hatte Sony Pictures überraschend angekündigt, dass der Film trotz Protesten am Christtag in rund 200 US-Kinos gezeigt werde. Weitere sollen folgen. Eine Attacke anonymer Hacker und mysteriöse Anschlagsdrohungen gegen US-Kinos hatten den Konzern in der vergangenen Woche zunächst bewogen, den für Donnerstag geplanten Filmstart abzusagen. In Österreich war der Start des Films mit Produktionskosten von rund 44 Millionen US-Dollar (36,03 Mio. Euro) für 6. Februar geplant

Der 152-Minuten-Streifen ist eine Hollywood-Satire über zwei politisch unbedarfte TV-Journalisten (Seth Rogen, James Franco), die ein Interview mit Kim Jong-un führen wollen. Der Geheimdienst CIA schaltet sich ein, damit die beiden den Diktator ermorden. Doch dieser gibt sich zunächst derart handzahm, dass einer der Journalisten den Mordkomplott torpedieren will. Am Ende entlarvt sich der Herrscher selbst - und geht in einem feurigen Finale unter.

Harmlose Satire

Laut ersten Kritiken ist der Film eher in die Kategorie seichte Unterhaltung einzuordnen und wird sich schwer tun, die in den vergangenen Tagen geweckten Erwartungen zu erfüllen. US-Präsident Barack Obama begrüßte jedenfalls Sonys Entscheidung, den Film zu veröffentlichen. Die USA seien „ein Land, das an die Meinungs- und künstlerische Freiheit glaubt“, erklärte er. Wenn der Film nun in die Kinos komme, könne sich die Bevölkerung ihre eigene Meinung bilden, sagte sein Sprecher Eric Schultz.