Digital Life
03.12.2016

Spezialisten suchen Wrackteile des ISS-Raumfrachters

Der russische Raumfrachter sollte die ISS mit 2,5 Tonnen Nachschub versorgen. Nach dem Start stürzte er aus einer Höhe von 190 Kilometern ab. Jetzt wurden Trümmer gefunden.

Nach dem Absturz eines russischen Raumfrachters haben Spezialisten die Suche nach den Wrackteilen in der Region Tuwa an der Grenze zur Mongolei aufgenommen. Neben Mitarbeitern des Zivilschutzes schalteten sich am Freitag auch Funkexperten einer Luftabwehreinheit der Streitkräfte ein, meldete die Agentur Tass.

Mittlerweile wurden erste Trümmer entdeckt. Bewohner des Bezirks Ulug-Chemski hätten Suchmannschaften auf Metallfragmente aufmerksam gemacht, wie ein Behördensprecher am Samstag der Agentur Interfax in Moskau sagte. Bergungsteams seien unterwegs zu der schwer zugänglichen Region.

2,5 Tonnen Nachschub

Der Transporter vom Typ Progress war am Donnerstag mit einer Sojus-Trägerrakete vom russischen Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan gestartet. Er sollte die Internationale Raumstation ISS mit 2,5 Tonnen Nachschub versorgen. Aus einer Höhe von etwa 190 Kilometern stürzte der Raumfrachter ab. Viele Teile seien in der Atmosphäre verglüht, hieß es.

Die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos geht nach vorläufigen Untersuchungen von einem Defekt in der Verbrennungskammer der Rakete als Ursache aus. Genauere Angaben würden nach detaillierten Analysen in den kommenden Tagen erwartet, hieß es aus Roskosmos-Kreisen.

Derzeit arbeiten drei Russen, zwei US-Amerikaner und ein Franzose auf dem Außenposten der Menschheit. Der französische Astronaut Thomas Pesquet bedauerte den Verlust des Frachters, sieht das aber nicht als dramatisch an. "Alles ist gut auf der ISS, wir warten, bis das nächste Versorgungsschiff ankommt", schrieb er bei Twitter.

Hier das Video des Starts der Rakete, bei dem noch alles planmäßig verlief: