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Spitalsbetten bekommen Multimedia-Touchscreens

Allmählich ziehen Hightech-Geräte auch standardmäßig in heimische Krankenhauszimmer ein. In den kommenden Jahren werden bis zu 1700 Spitalsbetten von A1 mit Multimedia-Touchscreens ausgestattet, die den Patienten Abwechslung in den grauen Krankenhausalltag bringen sollen. Das Telekommunikationsunternehmen konnte das zweistufige Vergabeverfahren gewinnen und wird nun die Ausstattung in Häusern des Wiener Krankenanstaltenverbunds (KAV) übernehmen. Dazu zählen zwölf Spitäler, zwölf Geriatriezentren und drei Pflegewohnhäuser.

In einzelnen Krankhäusern sind die Geräte bereits in Betrieb, bis 2016 will man bis zu 1700 Spitalsbetten der allgemeinen Klasse sowie der Sonderklasse mit den sogenannten E-Care-Terminals ausgerüstet haben. "Die Software, die auf den Geräten läuft, steht vollständig unter der Kontrolle von A1", sagt Manfred Moormann, zuständig für den Gesundheitsbereich bei A1, zur futurezone. Hersteller will der Konzern keine nennen. Diese würden ohnehin laufend wechseln, je nachdem, wer die besten Angebote biete, so Moormann. Sie stammten vorwiegend aus dem südostasiatischen Raum, heißt es.

Unterhaltung und Information
Montiert sind die Geräte auf schwenkbaren Armen, so kann der Patient den Monitor nach Belieben zu sich heranziehen oder weiter weg schieben. Die Terminals sind über die Krankenhaus-Infrastruktur einerseits mit dem Internet und andererseits direkt mit den Spitalssystemen verbunden.

Im ersten Schritt geht es vor allem um das Unterhaltungsangebot für die Patienten. Auf den Screens wird den Patienten ein Infotainment-Programm angeboten. Dazu zählen Filme, Fernsehen, Radio, Internetzugang und Spiele. Patienten sollen über die Screens SMS verschicken können, Telefonieren oder Video-on-Demand-Angebote nutzen, ähnlich wie bei A1 TV.

Infolge ist dann aber auch denkbar, dass weitere Informationskomponenten integriert werden. So ist es zum Beispiel vorstellbar, dass Medikationsinformationen vom Pflegepersonal darüber abgerufen werden können oder der Arzt bei der Visite direkt auf Röntgen-Bilder des Patienten zugreifen kann. Wie schnell sich dies umsetzen lässt, wird wohl von den Krankenhäusern selbst abhängen. Nicht überall ist die Digitalisierung der internen Systeme bereits so weit vorangeschritten, das Patientendaten bereits ohne weiteres übertragen werden könnten.

"Da unser System IP-basiert ist, ist alles so vorbereitet, dass es einfach in Krankenhaussysteme integriert werden kann," sagt Moormann. Das bedeutet, dass die E-Care-Terminals über die bestehenden Krankenhausnetzwerke betrieben werden können und keine zusätzliche Infrastruktur erfordern. Im Spitalsgebäude wird ein Router installiert, der weitere Betrieb erfolgt dann direkt über A1.

Mögliche Einsatz-Szenarien wären laut Moormann auch, dass etwa ein Patient der Schwester auf dem Stationsstützpunkt über den Touchscreen eine Info gibt, wenn er etwas braucht. Die Pflege könne dann ihre Aufgaben besser priorisieren. „Der klassische Patienten-Notruf bleibt wie er ist, aber ein Glas Wasser oder die Speisenauswahl, kann ich bequem über den Touchscreen bestellen", so Moormann.

Testbetrieb
In einigen Krankenhäusern wie dem Rudolfinerhaus seien die Touchscreens bereits in Betrieb. Ebenso wurden im Rahmen einer Testinstallation im SMZ Ost bereits einige Geräte von Patienten, Ärzten und Pflegepersonal ausprobiert, hier sollen 780 Betten noch in diesem Jahr mit den Screens ausgestattet werden. Im Kaiser-Franz-Josef-Spital und Krankenhaus Nord werden ab 2015 Ausbaumaßnahmen vorgenommen.

Generell sollen alle weiteren Krankenhäuser schrittweise folgen. "Wir sind jederzeit bereit für mehr", so Moormann. Weil die Montage im laufenden Krankenhausbeitrieb erfolgen muss, gebe das Spital den Ausbautakt vor, je nach aktuellem Bettenbelegungsplan oder auch Umbau- und Sanierungsmaßnahmen.

Die Touchscreens werden in weiterer Folge auch bundesweit in Krankenhäusern zum Einsatz kommen. Über die Kosten für die Spitäler hält sich A1 bedeckt, aber es handle sich um eine Lösung, die das Budget der Krankenhäuser nicht belaste, so das Unternehmen.

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