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Digital Life
06/20/2019

Stadt zahlt 600.000 Dollar Lösegeld, um Daten zurückzuerhalten

Eine Gemeinde in Florida entschied sich dafür, den Forderungen von Hackern nachzukommen, die Ransomware eingesetzt hatten.

In Riviera Beach City leben 35.000 Menschen. Nachdem ein Beamter der Stadt auf einen falschen Link geklickt hat, war die Gemeinde mit großen Problemen konfrontiert. Sämtliche Daten auf den Rechnern der Stadt wurden per Ransomware verschlüsselt. E-Mails konnten nicht mehr versendet werden. Beamte konnten nicht wie üblich per Banküberweisung bezahlt werden. Selbst Notrufe konnten unzureichend behandelt werden. Wie Associated Press berichtet, hat sich der Stadtrat nun zur Zahlung von Lösegeld entschieden, um die Kontrolle über die Computersysteme und die gespeicherten Daten zurückzuerhalten.

Zahlung in Bitcoin

600.000 Dollar wurden in Bitcoin gewechselt und überwiesen. Der Stadtrat hofft nun darauf, dass die Hacker die Daten tatsächlich freigeben - garantiert ist dies keineswegs. Bevor man sich zur Überweisung des Lösegeldes entschloss, habe es intensive Beratungen mit Fachexperten gegeben, teilt eine Sprecherin mit: "Wir verlassen uns auf ihren Rat". Das FBI empfiehlt dagegen, Lösegeldforderungen nicht nachzukommen. Riviera Beach City ist jedoch nicht die erste Gemeinde, die von einer Ransomware-Attacke betroffen ist und sich zur Zahlung entschlossen hat.

Verbreitete Praxis

In den USA wurden im Vorjahr über 1400 Ransomware-Attacken auf Unternehmen, Privatpersonen und Gebietskörperschaften angezeigt. Insgesamt wurden 3,6 Millionen Dollar an Lösegeld bezahlt. Die meisten Attacken haben ihren Ursprung im Ausland, Strafverfolgungsbehörden wie das FBI sind daher meist machtlos.