Digital Life
20.06.2015

Strache empört mit Facebook-Posting

FPÖ-Chef will in Online-Netzwerk aus Amokfahrt in Graz politischen Profit schlagen und stößt auf harsche Kritik.

FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache macht sich die Amokfahrt in Graz, bei der am Samstag drei Menschen starben und 34 Menschen verletzt wurden, zunutze, um auf Facebook Ausländer-Hass zu schüren.

Am Nachmittag postete er in dem Online-Netzwerk: „Wahnsinnstat in Graz! Der Täter ist aus Bosnien. Ein religiös begründetes Attentat wird nicht ausgeschlossen.“ Später löschte er die beiden letzten Sätze und verwies auf einen Artikel in der „Kronen Zeitung“ mit ähnlichem Inhalt. Ein Hetzen im Tandem also. Strache dürfte auch nicht klar sein, dass man in dem Online-Netzwerk bearbeitete Postings im Nachhinein sehen kann.

"Erbärmlicher Mensch"

Die Reaktionen auf das Posting waren selbst auf Straches Facebook-Seite überwiegend negativ: „So ein Zufall, dass es wieder einmal die Kronen Zeitung ist, die mit ihren Halbwahrheits-Berichten für Propaganda-Zwecke fungiert..“, war zu lesen. Oder: „HC, du bist einer der erbärmlichsten Menschen, die in Österreich leben.“

Nach Angaben des steirischen Landessicherheitsdirektors dürfte der Grund für die Amokfahrt in familiären Problemen zu suchen sein. Der Artikel der "Kronen Zeitung", der auch ein religiös begründetes Attentat nicht ausschließen wollte, war auch Stunden nach den ersten Informationen zum Hintergrund der Tat auf Straches Facebook-Seite weiterhin abrufbar.

Anmerkung
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