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Digital Life
04/21/2019

Strache teilt Artikel von Holocaust-Leugner auf Facebook

Vizekanzler HC Strache hat auf Facebook einen Artikel der rechtsextremen Seite Zaronews verbreitet. Der Beitrag wurde mittlerweile gelöscht.

Mit dem Kommentar "Nein, ich lasse mich sicher nicht mundtot machen!" hat Vizekanzler Heinz-Christian Strache am Freitag, 19.4., auf seinem privaten Facebook-Profil einen Artikel der Webseite ZAROnews gepostet. In diesem wird behauptet, dass Muslime eine Anzeige gegen Strache gemacht hätten, um ihm die Meinungsfreiheit zu verbieten. Wie die Webseite fpoefails.org schreibt, wurde der Artikel am Samstag auch auf der öffentlichen Facebook-Seite "HC Strache" geteilt.

"Holo-Lüge"

ZAROnews gilt als rechtsextreme Webseite, sein Gründer als gut vernetzt in der Neonazi-Szene. Zu seinen Freunden auf Facebook zählt auch die niederösterreichische Nationalratsabgeordnete Edith Mühlberghuber. Der geteilte Artikel von ZAROnews ist eigentlich schon einen Monat alt. Inhalt ist die Klage von Ümit Vural, dem Präsidenten der Islamischen Glaubensgemeinschaft (IGGÖ) gegen Strache wegen Verhetzung.

In einem anderen Artikel bei ZAROnews ist unter anderem von der "Holo-Lüge" die Rede. Darunter zu verstehen sei, dass der "Holocaust die größte Lüge der Geschichte" gewesen sei, führt der Autor aus. Dessen Pseudonym "Robert" deckt sich mit dem Vornamen des Webseiten-Gründers.

Rechtsextreme Verbindungen

Am Sonntagmorgen taucht der Artikel nicht mehr in der öffentlichen Posting-Liste der Facebook-Seite HC Strache auf. Er wurde offenbar gelöscht. Der Vorfall zeige aber erneut Verbindungen zwischen FPÖ und rechtsextremen Online-Inhalten auf, berichtet kurier.at. Erst im März wurde bekannt, dass zwei FPÖ-Abgeordnete Mitglied einer Facebook-Gruppe mit dem Namen "Deutsches Reich" waren, in der ebenfalls antisemitische Inhalte propagiert wurden. Eine davon war Edith Mühlberghuber.

Reaktion der FPÖ

In einer OTS-Aussendung, die auch auf der Facebook-Seite HC Strache veröffentlicht wurde, schreibt die FPÖ: "Die Freiheitliche Partei und ihren Obmann mitlerweile [sic] tagtäglich medial anzupatzen nimmt unerträgliche Formen an." In dem auf der Facebook-Seite HC Strache geteilten Artikel sei es lediglich um die Klage der IGGÖ gegen Strache gegangen.

Die restlichen Inhalte der Webseite, auf welcher der Artikel erschienen sei, seien keinesfalls mit Strache in Verbindung zu setzen. "Zu dem Zeitpunkt, als dieses Posting gemacht wurde, war keine dementsprechende Aussage auf dieser Homepage ersichtlich", heißt es weiter in der OTS-Aussendung.

"Böswillige Unterstellung"

"Diese Art der Berichterstattung grenzt an Verhetzung, böswillige Unterstellung und Diffamierung. Das hat nichts mehr mit redlichem Journalismus zu tun, sondern ist nur der krampfhafte Versuch Schlagzeilen zu generieren", meint der freiheitliche Generalsekretär und Nationalratsabgeordnete Christian Hafenecker.

Während der Verweis auf die sonstigen Inhalte der Webseite ZAROnews durch fpoefails.org "auf das Schärfste zurückzuweisen" seien, verweist Hafenecker auf die heutigen Anschläge in Sri Lanka: "Dass so eine Schlagzeile ausgerechnet an einem Ostersonntag breitgetreten wird, wo es einen kaltblütigen Bombenanschlag mit über 150 christlichen Bombenopfern gegeben hat, finde ich mehr als befremdlich."