INTERNET TRAFFIC
12/23/2011

Streaming-Dienste auf dem Vormarsch

Einer aktuellen Studie zufolge ist neben P2P vor allem Audio- und Video-Streaming für einen beträchtlichen Teil des weltweiten Internet Traffics verantwortlich. In den USA verzeichnet der Online-Filmverleih Netflix starke Zuwachsraten.

Sandvine, ein globaler Zulieferers für Internet Service Provider, hat eine Studie veröffentlicht, die neue Einblicke Unterschiede weltweiter Internet-Nutzung ermöglicht. So wurden Daten der Regionen Nordamerika, Lateinamerika, Asien-Pazifik sowie Europa erhoben und mit den Zahlen aus dem Herbst 2009 verglichen. Wenngleich sich teilweise deutliche geografische Unterschiede abzeichnen, sind einige Trends durchaus weltweit gültig. Die Studie Unterscheidet meist nach Richtung des anfallenden Datenflusses, das heißt zwischen Down- und Upstream Werten.

BitTorrent führt bei P2P

Beim Upstream Traffic stationärer Internet-Zugänge dominieren weltweit durchwegs P2P Protokolle, allen voran das populäre BitTorrent. Jenes macht in Europa rund 30 Prozent des gesamten Upload-Aufkommens auf, in Nordamerika sind es knapp 34 Prozent und in Asien-Pazifik sogar rund 38 Prozent. Lateinamerika stellt hier eine Ausnahme dar, hier ist das P2P-Netzwerk Ares mit einem Upload-Traffic von knapp 55 Prozent allen voran an erster Stelle. BitTorrent befindet sich mit knapp zwölf Prozent abgeschlagen am zweiten Platz. Im Download kommt BitTorrent verhältnismäßig auf etwa sechs bis neun Prozent des gesamten Datenverkehrs.

Social Network Traffic steigt

Insgesamt lässt sich festhalten, dass Traffic in Richtung Social Networking Dienste, wie Facebook oder MySpace, global einen deutlichen Anstieg erfährt. Sowohl bei stationären, als auch bei mobilen Internet-Zugängen lässt sich hier eine deutliche Tendenz erkennen.

Besonders gut ist dies in Lateinamerika sichtbar, wo sich der Traffic fast verdoppelte. Auch in Nordamerika ist der Traffic um Social Networks rund um ein Drittel angestiegen ist. Im Upstream von mobilen Internet-Zugängen ist Facebook hier sogar an zweiter Stelle und macht hier somit über zehn Prozent des kompletten mobilen Upload-Traffics in Nordamerika aus. Somit verweist es andere Dienste wie BitTorrent (gut sieben Prozent) oder YouTube (knapp 19 Prozent) bei den portablen Internet-Zugängen auf die hinteren Plätze. Diese Zahl lässt sich wohl am ehesten mit der hohen Verbreitung von Facebook auf mobilen Endgeräten erklären, so gehören die Facebook Apps durchwegs zu den meist genutzten Applikationen auf US-amerikanischen Smartphones.

Massives Plus bei Real Time Entertaiment

Abgesehen von P2P ist Real-Time-Entertaiment für einen beträchtlichen Teil des Datentransfers verantwortlich. Hierbei sind vorwiegend Audio- sowie Video-Streaming-Inhalte gemeint, die im Moment des Downloads konsumiert werden. Laut der Studie machen diese Dienste partiell bis zu 43 Prozent des kompletten Datenaufkommens aus. Einen beträchtlichen Teil an diesem Umstand geht auf die hohe Verbreitung von Netflix in den USA zurück. Der kostenpflichtige US-Streamingservice ist aktuell für über 20 Prozent des US-Download-Traffics verantwortlich.

Acht Prozent des Download-Traffics über YouTube

Alleine die Video-Plattform YouTube ist laut der Studie für über acht Prozent des weltweit anfallenden Downstreams verantwortlich. In Latein- und Nordamerika liegt dieser Wert sogar über 18 Prozent, in Europa knapp über zehn Prozent. Nur Asien drückt den Schnitt, hier sind andere Anbieter auf dem Vormarsch, auf YouTube fallen hier nur gut zwei Prozent.

Wann sind die User online?

Die meisten europäischen Internet-Nutzer mit stationären Internet-Zugang sind im Schnitt zwischen 16.00 und 21.00 Uhr online. Gegen 19.00 Uhr fällt im Tagesdurchschnitt der meiste Traffic an und es sind fast 100 Prozent der vorhandenen Anschlüsse aktiv. Etwas anders gestaltet sich das Bild in Nordamerika: Hier sind in der langen Zeitspanne zwischen 10.00 und 23.00 jeweils zwischen 90 und 100 Prozent der Anschlüsse aktiv, der Traffic steigt jedoch auch erst in den Abendstunden auf seinen Spitzenwert. Die durchgehend hohe Zahl aktiver Anschlüsse lässt sich am ehesten dadurch erklären, dass User in Europa und Nordamerika dazu tendieren, ihre Endgeräte einfach über den Tag hinweg laufen zu lassen, auch, wenn sie nicht durchgehend genutzt werden.

Ähnlich gestaltet sich die Situation in Asien, in Lateinamerika fallen Spitzenintervalle jedoch geringer aus. Die Zeitspanne, in welcher 90 bis 100 Prozent der Anschlüsse aktiv sind, liegt hier etwa zwischen 19.00 und 22.00 Uhr, ebenso wie der Höhepunkt des Traffics.

(futurezone/Thomas Prenner)