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Initiative Techtrrrs: "Man ist als Frau oft alleine in der Technik".

Beim <a href="http://www.businessriot.at">Business Riot Festival</a> geht es in mehreren Workshops um Tech-Themen. Techtrrs organisieren den Crytpo-Workshop. Girls'n'Code bringen Mädels bei, wie sie ihre Projekte im Netz verwirklichen können.
Beim Business Riot Festival geht es in mehreren Workshops um Tech-Themen. Techtrrs organisieren den Crytpo-Workshop. Girls'n'Code bringen Mädels bei, wie sie ihre Projekte im Netz verwirklichen können. - Foto: wavebreakmedia/istockfoto
Sie organisieren Cryptopartys und Programmierworkshops für Frauen - und ernten dafür nicht immer nur Lob. Warum die Techtrrrs es trotzdem machen, erzählen sie der futurezone.

„Jede einzelne Informatik-Studentin hat eine Geschichte zu berichten, in der es darum geht, dass sie wegen ihres Geschlechts anders behandelt worden ist“, erzählt Kristina Weinberger. „Man wird gefragt, ob man das wirklich selbst programmiert hat, oder ein netter Studienkollege versucht einem seine Hilfe aufzudrängen“, so die Informatik-Studentin der TU Wien. Gemeinsam mit Kerstin Kollmann, die Informatik am Technikum Wien studiert, ist sie Teil des Kernteams von Techtrrrs.

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Kristina Weinberger (l.) und Kerstin Kollmann (r.) von Techtrrrs - Foto: Barbara Wimmer
Seit Herbst 2014 gibt es Techtrrrs offiziell, die Idee entstand vor 2,5 Jahren. Einerseits sollen damit Frauen in der Technik vernetzt werden, andererseits dient die Initiative der Förderung des technischen Know-Hows von Frauen. "Man ist als Frau oft alleine in der Technik", sagt Weinberger, die bemängelt, dass ihr der Austausch an der Uni mit anderen Studentinnen fehlt, weil außer ihr maximal eine andere Frau im Vorlesungssaal sitzt.

Beiden geht es aber nicht nur um die Vernetzung und den regelmäßigen Austausch, sondern sie wollen anderen Frauen etwas beibringen und ihnen die Angst vor der Technik nehmen. „Frauen trauen sich oft weniger zu und gerade deshalb ist es wichtig, wenn sie die Gelegenheit haben, unter sich Dinge ausprobieren zu können. Das hilft auch, das Selbstbewusstsein zu stärken“, sagt Kollmann.

Bashing in Online-Foren

Gerade dieses „unter sich sein“ sorgt im Netz aber immer wieder für unzählige negative Kommentare. „Es kommen jedes Mal schimpfende Postings. Was denn mit den Männern sei und dass es ungerecht sei, dass die Workshops nur für Frauen sind, ist der Grundtenor“, erzählt Kollmann. Dabei sei gerade das „unter sich sein“ oft entscheidend für die Stimmung in der Gruppe, so Kollmann. „Das Klima ist einfach anders und Frauen trauen sich dann eher, Fragen zu stellen“, ergänzt Weinberger.

Weinberger wird kommenden Samstag, den 17. Oktober, im Rahmen des Business Riot-Festivals im Impact Hub Vienna, einen Workshop zum Thema „Sicherheit und Anonymität im Netz“ abhalten, eine sogenannte Cryptoparty. „Es geht darum, Frauen zu zeigen, wie sie sich sicher im Netz bewegen. Das beginnt aber bereits an dem Punkt, dass man einen Laptop nicht offen herumstehen lassen sollte“, sagt Weinberger,. Die Veranstaltung wird vom Frauennetzwerk Sorority organisiert und steht ausschließlich Teilnehmerinnen offen.

Wie man seine Accounts schützt

„Thema wird sein, warum ein gutes Passwort für den Mail-Account besonders wichtig ist, wenn man über diesen seine ganzen restlichen 200 Cloud-Dienste wie Amazon oder Twitter verwaltet“, so Weinberger. Was vielen Technik-Laien nämlich nicht bewusst sein dürfte, ist die Tatsache, dass man über Die Funktion "Password Reset" das Passwort der Online-Accounts bei Facebook, Twitter & Co per E-Mail zurücksetzen kann. Hat ein Angreifer dieses „Master-Passwort“, ist es ihm ein leichtes, die restlichen Accounts ganz einfach zu übernehmen, ohne dass es der User überhaupt mitkriegt.

Es reiche aber nicht aus, ein komplexes, langes Passwort zu haben, so Weinberger. „Es hat sich wiederholt gezeigt, dass viele Firmen die Online-Accounts ihrer Kunden nicht gut schützen und das Angreifer viel Aufwand betreiben, um sie zu knacken. Verwendet man ein und dasselbe Passwort im Netz, können die Services ebenfalls alle übernommen werden. Es gibt genug Angreifer, die das Passwort dann einfach überall ausprobieren“, sagt Weinberger. Damit man sich aber nicht selbst dutzende Passwörter merken muss, empfiehlt die Techtrrrs-Expertin, einen Passwort-Manager zu verwenden. „Ich verwende KeePassX für Linux. Ich kenne den Großteil meiner Passwörter nicht auswendig“, so Weinberger.

Business Riot Festival

Beim Business Riot Festival, das von 16. Bis 17. Oktober in Wien stattfindet, gibt es insgesamt 30 Workshops und Talks für Frauen. Nicht nur der Techtrrrs-Workshop hat mit Technik zu tun, sondern es gibt noch weitere Workshops, bei denen Frauen ihre Kompetenzen in dem Bereich erweitern können. So lernt man mit dem Team von Girls’n’Code etwa, wie man sein eigenes Projekt im Internet verwirklichen kann.

Eigene Techtrrs-Veranstaltungen stehen derzeit laut Kollmann keine aktuellen am Programm. "Es ist gut, dass es den Business Riot gibt, weil wir dort wichtige Inhalte unterbringen können", sagt Weinberger. Von Techtrrrs-Seite ist derzeit aus aktuellem Anlass als nächstes eine Laptop-Sammelaktion für weibliche Flüchtlinge geplant, erzählt Kollmann.

(futurezone) Erstellt am 10.10.2015, 06:00

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