Digital Life
17.08.2018

Tesla soll Drogenhandel in Gigafactory vertuscht haben

Neuerlich erhebt ein Ex-Mitarbeiter schwere Vorwürfe gegen den E-Auto-Konzern.

Karl Hansen, ein früherer Mitarbeiter von Teslas Security-Team, hat der US-Börsenaufsicht United States Securities and Exchange Commission ( SEC) mitgeteilt, dass das Unternehmen kriminelle Machenschaften unter den Mitarbeitern vertuscht haben soll.

Das berichten unter anderem Reuters und Jalopnik. Demnach soll zumindest ein Mitarbeiter im Auftrag eines mexikanischen Drogenkartells große Mengen an Kokain und Methamphetamin innerhalb der Fabrik gehandelt haben. Tesla sei von der US Drug Enforcement Administration ( DEA) sowie der Task Force des Storey County Sheriff’s Office darüber informiert worden. Das Unternehmen sei den Vorwürfen nicht nachgegangen und habe die SEC nicht informiert.

Musk: „Der Typ ist verrückt“

Was genau hinter den Behauptungen steckt, ist aktuell noch unklar. Tesla selbst gab an, dass ein Teil der Anschuldigungen schlichtweg falsch sei. Man nehme die Sache jedoch ernst und wolle Untersuchungen einleiten. Tesla-Chef Elon Musk meldete sich per Twitter-DM gegenüber Gizmodo zu Wort und meinte, „der Typ ist verrückt“ sowie „ich bin mir ziemlich sicher, dass wir kein Teil des Sinaloa-Kartells sind“. 

Ein Sprecher der Drogenbehörde DEA gab gegenüber Buzzfeed an, dass Dritte in der Regel nicht über laufende Ermittlungen informiert werden würden und impliziert somit, dass die Behörde Tesla nicht Bescheid gegeben hätte. Das Büro des örtlichen Sherriffs wollte Ermittlungen weder bestätigen noch ausschließen.

Spionage und Diebstahl

Die Vorwürfe von Hansen gehen noch weiter. So soll das Unternehmen Geräte seiner Mitarbeiter ausspioniert haben sowie den Diebstahl von Materialen im Wert von 37 Millionen Dollar nicht gemeldet haben. Er sei demnach angewiesen worden, Diebstähle nicht den Behörden anzuzeigen sowie die interne Untersuchung einzustellen.

Die SEC wollte sich zu den Vorwürfen nicht äußern. Whistleblower, die der Börsenaufsicht Informationen zukommen lassen, können mit einer Belohnung zwischen zehn und 30 Prozent der ausgesprochenen Strafe rechnen. 

Zweiter Fall von Whistleblower

Erst vor wenigen Tagen hat der selbsterklärte Whistleblower Martin Tripp Fotos und Informationen veröffentlicht, die ebenfalls grobes Fehlverhalten in Tesla-Fabriken offenlegen sollen. Hierbei ging es allerdings um die Produktion, so leakte er Fotos von beschädigten Akkus in der Fabrik.