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Hintergrund
02/22/2011

Turbulenzen auf dem Weg zum vernetzten Flug

Schon seit Jahren gibt es Bestrebungen verschiedener Airlines, Internet und Mobilfunk auch in luftiger Höhe zu etablieren. Viele Versuche sind jedoch nach kurzer Zeit wieder gescheitert oder kommen noch immer nicht richtig in die Gänge. Die Gründe dafür sind hohe Umrüstungskosten, teils die fehlende Wirtschaftlichkeit, aber auch die Kundenwünsche selbst.

von Claudia Zettel

Schon ab dem Jahr 2004 hatte die Lufthansa auf einigen Flügen Breitbandinternet angeboten. Das Projekt „Connexion by Boeing“ ermöglichte Reisenden eine Internetverbindung sowohl durch kabelgebundenes Ethernet als auch über WLAN. Allerdings erwies sich das Angebot schon nach kurzer Zeit als wenig wirtschaftlich und wurde seitens Boeing daher Ende 2006 wieder eingestellt. Boeing wollte sich von der Sparte trennen, denn nur wenige Fluglinien und noch weniger Privatkunden hatten sich für das System entschieden. Grund dafür waren unter anderem hohe Kosten bei der Umrüstung der Maschinen, um die Satellitensignale empfangen zu können. 

Mit Panasonic Avionics und der Deutschen Telekom hat die Lufthansa nun neue Partner gefunden, mit denen das Internetangebot unter dem Namen „Flynet“ zurück in die Maschinen gebracht wird. Seit 1. Dezember steht den Lufthansa-Passagieren auf ausgewählten Transatlantik-Flügen das neue Internetangebot zur Verfügung.

Per WLAN haben Fluggäste mit Laptop, iPad oder Smartphone über einen schnellen Hochleistungshotspot Zugang zum Internet. Die  hohe Bandbreite ermöglicht unter anderem auch das Versenden und Empfangen von E-Mails mit Dateianhang ohne Zeitverzögerung. Der WLAN-Hotspot in den Maschinen wird von der Deutsche Telekom bereitgestellt. Dieser kommuniziert wiederum per Satelliten-Dienst ExConnect, den Panasonic Aviations betreibt. 

Parallel zu Panasonic Avionics bietet auch das JointVenture OnAir, an dem Airbus beteiligt ist, eine Internetlösung in Flugzeugen an – sowohl für Airbus als auch für Boeing.

Flughöhe von 3000 Metern

Neben reinem Datenverkehr überlegen immer mehr Fluggesellschaften auch Mobilfunk in ihren Maschinen anzubieten. Möglich ist das dann, wenn an Bord des Flugzeugs eine Basisstation installiert wird, die über eine Außenantenne Gespräche an einen Satelliten weiterleitet. So wird die Elektronik der Maschine nicht gestört, wenngleich bei Starts und Landungen auch die Handynutzung auch künftig untersagt sein wird. Denn erst ab einer Flughöhe von 3000 Metern ist sichergestellt, dass es keine Differenzen mit Mobilfunknetzen am Boden bzw. mit der Bordelektronik gibt.

Die Handynutzung an Bord ist – anders als die reine Datennutzung – seitens der EU seit 2008 erlaubt. Allerdings lehnen viele Passagiere das Telefonieren über den Wolken weiterhin ab. Eine Umfrage des deutschen Branchenverbandes BITKOM zeigte unlängst, dass 55 Prozent der Bürger gegen die Handynutzung im Flugzeug sind. Nur 19 Prozent sprachen sich für uneingeschränkten Mobilfunk in den Maschinen aus, 15 Prozent würden es bevorzugen, wenn die Handynutzung nur in abgetrennten Bereichen erlaubt ist.

Keine Handynutzung bei Lufthansa

Die Lufthansa will diesen Kundenwünschen Rechnung tragen. „Das Telefonieren an Bord, auch über Voice-over- IP, ist weiterhin nicht gestattet - aus Rücksichtnahme anderen Fluggästen gegenüber, die in unseren Umfragen mit deutlicher Mehrheit geäußert haben, sie fühlten sich durch telefonierende Mitreisende gestört“, sagt Michael Lamberty, Pressesprecher der Lufthansa, auf Nachfrage der FUTUREZONE.

Telefonieren kann man derzeit unter anderem auf ausgewählten Flügen bei Air Asia, Emirates, Egypt Air, Malaysian Airlines, Oman Air, TAP Portugal und Saudi Arabian Airlines.

Fluglinien mit Internet an Bord, jeweils auf ausgesuchten Flügen:

Aeroflot
Air Asia
British Airways
Emirates
Egypt Air
Libyan Air
Lufthansa
Malaysian Airlines
Oman Air
Qatar Airways
Royal Jordanian
Saudi Arabian Airlines
TAM
TAP Portugal
Wataniya Airways

Diverse US-Fluglinien wie Delta, Virgin oder American bieten Internet ausschließlich auf Inlandsflügen an.

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