Symbolbild

© APA - Austria Presse Agentur

Digital Life
09/17/2020

US-Justizministerium warnt vor Gefängnisausbrüchen mit Drohnen

Drohnen sollen illegale Waren in Gefängnisse schmuggeln und in Zukunft sogar Insassen in die Freiheit befördern.

Laut dem US-Justizministerium stellen Drohnen eine Gefahr für die Gefängnissicherheit dar. In den Einrichtungen des Bundesamts für Gefängnisnisse (BOP) habe es im vergangenen Jahr 57 Vorfälle mit Drohnen gegeben, heißt es. Vorrangig wurden verbotene Gegenstände per unbemanntem Flugobjekt ins Gefängnis geschmuggelt. Das Ministerium geht von einer hohen Dunkelziffer derartiger Übertretungen aus.

Ein Gefängnis etwa berichtet, eine Drohne, die mit „20 Handys, 23 Ampullen mit Injektionsmittel, Dutzenden Spritzen und mehreren Tabak-Packungen sowie anderen verbotenen Waren“ beladen war, aufgespürt zu haben.

Fliegende Insassen

Laut dem BOP könnten Drohnen in Zukunft jedoch noch für mehr Unheil sorgen. In dem aktuellen Bericht der Behördeheißt es, dass fortgeschrittenere Fluggeräte sogar einen Erwachsenen in den Himmel heben und Gefangenen bei ihren Ausbrüchen helfen könnten. Auch könnten die Fluggeräte dazu genutzt werden, die Institutionen zu überwachen oder Sprengstoff zu transportieren.

Während das für viele Bürger erschreckend klingen mag, ist die praktische Umsetzung jedoch unrealistisch. Zwar ist es rein theoretisch möglich, mehrere Drohnen aneinander anzuhängen und einen Erwachsenen zu heben, wie ein YouTube-Video zeigt – dabei kann jedoch nur eine geringe Geschwindigkeit erreicht werden. Eine einzige durchschnittliche Drohne kann zudem lediglich eine Ladung ihres eigenen Gewichts tragen.

Plus: Eine Flucht mit einer Drohne wäre außerdem eine enorm laute Angelegenheit – so sind die Geräte bereits aus weiten Distanzen hörbar.

Maximale Nutzlast

Für diese Horrorszenarien, die das BOP fürchtet, sind aktuell keine kommerziellen Modelle verfügbar, wie Gizmodo berichtet. Die maximal erlaubte Nutzlast beträgt in den USA zudem 55 Pfund, das sind etwa 25 Kilogramm. Zusätzlich sind viele Geräte mit Geofencing ausgestattet, sodass beim Überfliegen einer „sensiblen Region“ - ähnlich wie die sogenannten „No Drone Zones“ in Österreich - automatisch Alarm geschlagen wird.

Laut Gizmodo könnte die Angstmache vor Drohnen reine Taktik des Bundesamts sein. Schon vor zwei Jahren wurden Face-to-Face-Besuche durch Telefongesprächen ersetzt, weil scheinbar illegale Gegenstände von den Besuchern hineingeschmuggelt wurden. Hinter der Maßnahme steckten allerdings für die Gefängnisse profitable Partnerschaften mit Telekom-Firmen. 

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.