Digital Life
13.09.2015

VW-Chef: Das Auto steht vor einer digitalen Revolution

Im Vorfeld der IAA in Frankfurt sieht VW-Chef Martin Winterkorn seine Branche vor einem historischen Umbruch und heißt Google und Apple als neue Konkurrenten willkommen.

Volkswagen-Chef Martin Winterkorn sieht die Autobranche mitten in einem historischen Umbruch. "Man kann hier durchaus von einer digitalen Revolution beim Automobil sprechen: Alternative Antriebe, automatisiertes Fahren, die vollständige Vernetzung des Automobils, Big Data, neue Werkstoffe und immer effizientere Produktionsverfahren", sagte Winterkorn in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur vor dem Start der Branchenmesse IAA.

Für den Konzern bedeute der rasante digitale Wandel, alles zu hinterfragen. "Wir sind dabei, Volkswagen ein Stück weit neu zu erfinden", so Winterkorn.

Neue Konkurrenz

Der US-Internetriese Google ist dieses Jahr erstmals auf der Frankfurter Automesse vertreten. Der Einstieg eines derart großen Players aus der IT-Welt in die Autosparte wird von der Branche mit gemischten Gefühlen aufgefasst.

In Richtung der neuen Konkurrenten aus der IT-Welt sagte Winterkorn: "Herzlich willkommen Google, Apple und alle anderen, für die offenbar unser Kernprodukt hochattraktiv ist. Ich freue mich auf den sportlichen Wettkampf um die beste Lösung. Aber ich bin überzeugt: Volkswagen behält seine Führungsrolle. Unser Konzern ist mit seinen 11.000 Informatikern und Daten-Analysten längst selbst zu einem der größten IT-Unternehmen des Landes geworden."

Die rasante Wende hin zur vernetzten Mobilität stelle alles auf den Prüfstand. So schloss Winterkorn einen VW-Vorstandsposten für die IT nicht aus und sagte, ein solcher Manager könnte in fernerer Zukunft den technologielastigen VW-Konzern sogar führen. "Warum denn nicht? Die beschriebene digitale Revolution beim Automobil erfordert Veränderungen im Denken und Handeln auf allen Ebenen. An die Spitze eines Unternehmens gehören immer die besten Köpfe", sagte Winterkorn.

VW-Billig-Marke für China

Europas größter Autobauer Volkswagen steuert auf seine 13. Marke zu. Das mit viel Vorlauf entwickelte erste Billigauto des Konzerns werde nicht unter bekanntem Logo erscheinen, sondern ein eigenes, neues Herstelleremblem erhalten, kündigte Winterkorn gegenüber der Deutschen Presse-Agentur an.

"Wir bringen ab 2018 eine Budget-Car-Familie in China auf den Markt, mit SUV, Stufen- und Schrägheck - unter einem neuen Markennamen", sagte er. Der VW-Konzern hat bisher zwölf Marken: VW-Pkw, VW-Nutzfahrzeuge, Audi, Skoda, Seat, Porsche, Bentley, Bugatti, Lamborghini, Ducati (Motorräder) sowie MAN und Scania (schwere Nutzfahrzeuge).