Digital Life
20.05.2017

WannaCry-Angriff: Nordkorea über Vorwürfe empört

Nordkorea hat Vorwürfe zurückgewiesen, wonach es hinter der Infizierung von Hunderttausenden Computern mit der Schadsoftware „WannaCry“ steckt.

„Es ist lächerlich“, sagte der stv. Botschafter Nordkoreas bei der UNO, Kim In-ryong, am Freitag. „Immer wenn etwas Seltsames passiert, ist es die stereotype Art der USA und der feindlichen Mächte, eine lautstarke Anti-Nordkorea-Kampagne zu starten.“ Vergangene Woche waren rund 300.000 Computer in 150 Ländern von der Schadsoftware mit dem Namen „WannaCry“ blockiert worden.

FAQ: Was man zum weltweiten Cyber-Angriff wissen muss

Deutsche Bahn und Renault betroffen

Diese legte etwa in Großbritannien zahlreiche Kliniken lahm. Betroffen waren auch die Deutsche Bahn, der Automobilkonzern Renault, der Telefon-Riese Telefonica und das russische Innenministerium. Als Gegenleistung für eine Behebung der Schäden wurden Zahlungen in der virtuellen Währung Bitcoin verlangt. Einige Sicherheitsforscher äußerten den Verdacht, dass Nordkorea hinter der Cyberattacke stehe bzw. konnten Schadcode entdecken, die bei früheren Angriffen - etwa auf Sony Pictures - verwendet wurden.

Bereits am Montag hatte der Google-Informatiker Neel Metha Codes online gestellt, die Ähnlichkeiten von „WannaCry“ mit den großangelegten Cyberattacken aufzeigen, von denen 2014 unter anderem Sony Pictures betroffen war. Auch Experten aus Russland und Israel wiesen mit dem Finger auf Nordkorea. Andere Sicherheitsforscher zweifelten allerdings an dieser Version, zumal die Schadsoftware auch einige Schwächen in der Programmierung aufweist, die eher auf Amateure als auf einen Staat als Angreifer schließen würde.