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Digital Life
09/18/2020

Warten auf 5G: Ein Viertel der Österreicher nutzt nur mobiles Netz

Laut einer Studie der RTR wächst die Bedeutung mobiler Internetzugänge. Digital Natives brauchen höhere Bandbreiten.

von David Kotrba

In den vergangenen fünf Jahren haben sich immer mehr Österreicher dafür entschieden, sich einen mobilen Internetzugang zuzulegen. Sei es per mobilem Router (Cubes etc.), USB-Sticks oder Smartphones, 26 Prozent der Haushalte mit Internetanschluss haben kein Festnetz-Internet. Das geht aus der "Nachfrageseitigen Erhebung 2020" der Telekom-Regulierungsbehörde RTR hervor, die am Freitag präsentiert wurde.

Festnetz First

66 Prozent der Haushalte, sowie 74 Prozent der Unternehmen nutzen Internet über Festnetzanschluss. Diese Verbindungsvariante ist also weiterhin der Favorit. An der wachsenden Zahl der rein mobilen Internetnutzer könne man aber erkennen, welche Bedeutung künftig dem neuen Mobilfunkstandard 5G zukommen werde, ist RTR-Geschäftsführer Klaus Steinmaurer überzeugt.

Internet-Power-User

Außerdem: "Nur 5G kann die Anforderungen wie Latenz und Bandbreite erfüllen, die heute von den Digital Natives gefordert werden." Hier angesprochen werden unter 29-Jährige. Sie liegen beim Download großer Datenmengen, Cloud-Diensten, Online-Games, Streaming und Internettelefonie auf Platz eins. Der Anteil der "Internet-Power-User" ist in dieser Alterskategorie am höchsten. Die Gruppe zwischen 30 und 49 Jahren führt dagegen bei Online-Shoping und Teleworking.

Vor-Corona-Zeiten

Apropos Teleworking: Für die Studie wurden Interviews in 2432 Haushalten und 1093 Unternehmen geführt. Die Haushalte wurden von Jänner bis März 2020 befragt, weshalb die Effekte des Coronavirus-Lockdowns sich noch nicht in den Daten widerspiegeln. Vor den Pandemie-bedingten Ausgangsbeschränkungen nutzten bereits 24 Prozent der Personen regelmäßig Teleworking. Der Anteil wird sich durch die Krise wohl erhöht haben.

Mittlerweile ebenso gestiegen sein wird der Anteil der Österreicher, die Internettelefonie nutzen, etwa in Form von Videokonferenzen. Interessant dabei ist, dass auch die Altersgruppe 70 plus mit Stand März zu 36 Prozent per Internet telefoniert hat. Der Schnitt über alle Altersgruppen liegt bei 46 Prozent.

Hohe Zufriedenheit

Sowohl in Privathaushalten als auch in Unternehmen ist die Zufriedenheit mit den angebotenen Internet-Bandbreiten relativ hoch. 88 Prozent der Privatpersonen und 86 Prozent der Firmen sind zufrieden bis sehr zufrieden. In den Landeshauptstädten ist die Zufriedenheit laut der RTR höher als am Land. Jüngere Nutzer sind tendenziell laut RTR "anspruchsvoller", also weniger zufrieden mit ihrer Internetgeschwindigkeit.

Die Erkenntnis ist für Steinmaurer wichtig: "In Statistiken liegt Österreich zurück, was die Verbreitung von Glasfaseranschlüssen bis zu Hause betrifft. Aber viele haben mobiles Breitband und gute Kupferkabelanschlüsse mit Bandbreiten bis zu 100 Mbit/s. Da stellt sich einfach die Frage für viele, warum sie sich einen Glasfaseranschluss nehmen sollen."

Digital Divide schließen

Der Glasfaserausbau sei dennoch wichtig, vor allem für die Schließung der digitalen Lücke (Digital Divide), die zwischen Stadt und Land herrscht. "Dass Jüngere anspruchsvoller bei der Bandbreite sind, hat einen gesellschaftspolitischen Effekt, denn es ist ein Grund, um in die Stadt zu ziehen." Um solchen Tendenzen entgegenzuwirken, sei es wichtig, ländliche Gebiete mit schnellerem Internet auszustatten. Auch hier spiele 5G eine große Rolle.

Steinmaurer: "Wir wissen jetzt, dass Home Office funktioniert, also warum sollte jemand nicht in Gmünd wohnen, vielleicht zwei Mal pro Woche nach Wien fahren, aber ansonsten im Waldviertel leben und arbeiten?"

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