Digital Life
09/15/2011

Weniger Pornos im Web als angenommen

Laut Wissenschafter Ogi Ogas enthalten nur vier Prozent der am häufigsten besuchten Websites pornografische Inhalte

Laut dem Neurowissenschafter Ogi Ogas und seinem Kollegen Sai Gaddam, die das sexual-wissenschaftliche Buch A Billion Wicked Thoughts geschrieben haben, wird der Anteil an pornografischen Material im Internet überschätzt. In einem Interview mit Forbes sagt er, dass von den 2010 eine Million am häufigsten besuchten Websites im Internet nur 42.337 pornografischer Natur sind. Das sind gerade mal vier Prozent. Im Zeitraum von Juli 2009 bis Juli 2010 waren etwa 13 Prozent aller Suchanfragen für erotische Inhalte.

Ogas hält seine Daten für die genauesten die es gibt. Es sei allerdings unmöglich zu sagen, wie viel Prozent aller Websites des Internet pornografisch sein, da das Web sowohl riesig als auch dynamisch ist und sich ständig verändert. Eine andere Möglichkeit der Zählung von Erotik-Websites wäre die Black-Lists der Filterprogramme anzuschauen. Dabei sei aber nicht klar, ob etwa die 2,5 Millionen Websites, die die Software Cybersitter angeblich filtert, realistisch ist: „Es könnte sein, dass das nicht alles Porno-Websites sind oder das die Zahl übertrieben hoch ist“, so Ogas.

Dass die Hälfte des Internet aus Pornografie besteht, ist für ihn ein Mythos, der auf die Anfänge des Webs zurückzuführen ist. Laut ihm waren 1999 vier oder fünf von zehn Suchanfragen für pornografische Inhalte. Ogas vermutet, dass die die Filter-Hersteller auch gerne übertreiben, um Menschen von der Notwendigkeit ihrer Produkte zu überzeugen: „N2H2 sagte 2003, dass es 260 Millionen Pornoseiten im Web gibt – das wäre fast eine für jeden Bürger der USA.“