Digital-Life 27.01.2018

Werbung bei YouTube schürfte versteckt Kryptowährung

Werbung bei YouTube schürfte versteckt Kryptowährung
© Twitter/diegobetto

Versteckter Code in einer Werbeanzeige bei YouTube nutzte die Rechenkraft von Besuchern des Video-Portals für Krypto-Mining. Geschürft wurden Monero-Einheiten.

Einige Besucher von YouTube meldeten zuletzt, dass Antiviren-Programme Alarm schlugen, wenn sie das Online-Video-Portal besuchten. Sie wurden davor gewarnt, dass auf ihren Geräten Code zum Mining von Kryptowährung ausgeführt wurde. Wie sich herausstellte, war eine Werbeanzeige bei YouTube der Grund dafür. Wie Ars Technica berichtet, enthielt die Anzeige JavaScript-Code, der die Prozessoren der Geräte zu 80 Prozent auslastete. Die Rechenkraft der Geräte wurde für das Ergattern neuer Einheiten der Kryptowährung Monero ausgenutzt.

Genauer gesagt, wurden zwei JavaScript-Codes ausgeführt. Einer davon stammt vom kontroversiellen Kryptowährungs-Mining-Dienst Coinhive. Dieser erlaubt es Nutzern, Kryptowährung auf den Rechnern anderer Personen zu schürfen. Der Dienst hebt dafür eine Provision von 30 Prozent ein. Damit auch diese Kosten für die Angreifer gedeckt waren, setzten sie einen zweiten JavaScript-Code ein, um Kryptowährung alleine für sich zu schürfen. Die heimtückische Werbeanzeige zeigte außerdem eine falsche Schadsoftware-Warnung an, um kostenlose, vermeintliche Antiviren-Software anzubieten. Wie Ars Technica beschreibt, werden solche Fake-Programme oft dafür genutzt, um Schadsoftware auf den Geräten ihrer Anwender zu installieren.

Nach der Aufdeckung des Vorfalls durch die IT-Sicherheitsfirma Trend Micro reagierte YouTube und nahm die Werbeanzeige offline. Laut Angaben des Online-Video-Portals erfolgte die Verbannung der Anzeige innerhalb von nur zwei Stunden. Die Werbung schien zuvor aber bereits ungefähr eine Woche lang angezeigt worden zu sein. YouTube beschreibt diese Art der Ausnutzung des Google-eigenen DoubleClick-Werbesystems als "relativ neue Form des Missbrauchs". Das Unternehmen will scharf gegen derartige Praktiken vorgehen.

Erstellt am 27.01.2018