Digital Life
30.09.2018

Wie Kinder Apples Kindersicherung austricksen

Mit der neuen iOS-Version kann Kindern ein Zeitlimit gesetzt werden. Doch die Kleinen schaffen es mit Leichtigkeit, die Sperren zu umgehen.

Mit iOS 12 hat Apple eine Funktion eingeführt, die Nutzern vor Augen führen soll, wie viel Zeit sie mit ihrem Smartphone verbringen. Darüber hinaus gibt diese Funktion Eltern ein Werkzeug in die Hand, mit dem Kindern ein Zeitlimit für bestimmte Apps gesetzt werden kann.

In einem Post auf Reddit berichtet nun ein Vater, welche Wege seine Kinder gefunden haben, um diese Zeitlimits zu umgehen. Unter dem Eintrag, der mittlerweile an die 9000 Upvotes erhalten hat, sammeln sich zahlreiche Kommentare anderer Eltern, die ebenso die kreativen Hacks beschreiben, mit denen ihre Kinder die Kindersicherung austricksen.

Ein Elfjähriger etwa löscht jedesmal die Gaming-App von der er wegen Überschreiten des Zeitlimits ausgesperrt wird. Anschließend lädt er sie sich einfach wieder vom App-Store herunter. Der Spielefortschritt wird in der iCloud hinterlegt, sodass er in der neu heruntergeladenen App wieder dort weiterspielen kann, wo er aufhören musste. Offenbar haben die Eltern in den Screen-Time-Einstellungen vergessen, das Downloaden von Apps zu deaktivieren.

Kreative Tricks

Ein anderer junger Apple-Nutzer verwendet iMessage, um sich selber Youtube-Videos zu schicken. Während er von Youtube ausgesperrt ist, kann er dann die Videos einfach in der iMessage-App ansehen.

Im Support-Forum von Apple berichten Eltern, dass ihre Kinder einfach die Zeit- und Datumseinstellungen des iPhone ändern, wenn ihre Screen Time abgelaufen ist. Wird das Datum auf den Folgetag geändert, sind die gesetzten Zeitlimits ausgetrickst.

Ein anderer Reddit-Nutzer erklärt, wie sein Kleinkind es geschafft hat Videos auf Youtube zu schauen, obwohl die App eigentlich geblockt wäre. Der Kleine öffnet einfach eine andere App, klickt dort auf eine Werbeanzeige, die sich im Browser öffnet. Dort klickt er solange herum, bis er in der Browser-Version von Youtube landet.  

"Gebt es auf"

Am Ende nimmt dann ein User allen anderen Eltern die Illusion, zu glauben, ihre Kinder von der Smartphone-Nutzung abhalten zu können: "Ich arbeite in der Cybersecurity-Wirtschaft und ich kann euch sagen, ich habe Kinder gesehen, die mit Smartphones Sachen angestellt haben, die staatliche Hacker oder White-Hat-Teams nicht besser machen hätten können. Gebt es auf." Kinder würden immer einen Weg finden, um derartige Zeitlimits oder andere Einschränkungen zu umgehen.