Digital Life
23.02.2018

Wie sich ein Tesla auf Neuschnee fährt

Beim "Winterdriving"-Event vom Tesla probierten wir die Fähigkeiten des "All Wheel Drive" in Model S und Model X aus.

Winter und Elektroautos haben auf den ersten Blick ein zwiespältiges Verhältnis. Einerseits tut Kälte den Akkus nicht gut. Eine heizende Klimaanlage frisst mehr Strom als eine kühlende und die übliche Reichweite geht rasant den Bach runter. Andererseits braucht man sich kaum Sorgen machen, dass der Motor nicht anspringt. Bei Tesla kommt ein weiterer Faktor dazu, der den Einsatz im Winter verbessern soll: All Wheel Drive.

Da Model S und Model X von jeweils zwei Motoren an Vorder- und Hinterachse angetrieben werden, fährt man mit Allrad. Die fortschrittliche Stabilitätskontrolle soll das Fahren auf jedem Untergrund so sicher wie möglich machen, egal ob man auf nassen, verschneiten oder gar vereisten Fahrbahnen unterwegs ist. Beim "Winterdriving"-Event von Tesla in Tirol konnte ich mir einen Eindruck davon machen.

Hanglage und Neuschnee

Eingeladen zu der Veranstaltung wurden Journalisten aus ganz Europa. Viele davon reisten mit Tesla-Modellen aus ihrer Heimat ins Tiroler Alpbachtal. Die längste Anreise hatte wohl ein Teilnehmer aus Irland. Nahe dem Hotel Galtenberg wurden zwei Schneefelder präpariert, um darauf verschiedene Fahrübungen durchzuführen. Angeleitet wurden die Teilnehmer dabei von Fahrsicherheitstrainern des ÖAMTC. Eine zusätzliche Schwierigkeitsstufe erhielten die Übungen durch jede Menge Neuschnee vom Vortag.

Beim "Winterdriving" konnte man zwischen Model S und Model X wechseln. Zu Beginn war ich mit dem Model X unterwegs, welches ich vor rund einem Jahr bereits ausgiebig testen durfte. Schneefeld Nummer eins lag am Fuße eines Berghangs. Auf einem mit Leitkegeln abgegrenzten Rundkurs lag die Schwierigkeit vor allem darin, auf dem steilsten Abschnitt nicht allzu stark abzurutschen. Unter ständig wiederholten Kommandos des ÖAMTC, nicht zu stark einzulenken, gelang dies teilweise nur durch diagonale Fortbewegung mit durchdrehenden Rädern. Im tiefen Schnee war es dennoch erstaunlich, wieviel Haftung die Räder des 2,3 Tonnen schweren Model X erzeugten.

Tesla Winterdriving in Tirol

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Tesla lud Journalisten aus ganz Europa zu einem Winterdriving-Event ins Tiroler Alpbachtal ein.

Wie die Kinder freuten sich die Eingeladenen auf Spaß im Schnee mit Elektromotor-Kraft auf allen vier Rädern

Die Autos wurden zu Tagesbeginn zugeteilt, konnten später aber beliebig gewechselt werden

In aller Frühe ging es auf die erste Teststrecke

Warten auf den Start im klimatisierten Model-X-Inneren

Zu Beginn wurde der Kurs in langsamer Geschwindigkeit durchlaufen

Dann konnte jeder Teilnehmer ein wenig mehr beschleunigen

Driften mit durchdrehenden Reifen

Model S im Neuschnee

Der Stromverbrauch beim Snowdriving: Am Limit

Die weiteste Anreise: Ein Tesla aus Irland

Wichtig beim Snowdriving: Federung auf Sehr Hoch stellen

Warten vor dem Bremstest

Maximaler Verbrauch

Der Energieverbrauch während des Schneefahrens erwies sich als beträchtlich. Das Verbrauchsdiagramm am großen Display in der Mittelkonsole zeigte fast durchgehend den Maximalwert an, seitdem die Schneefahrübungen begonnen hatten. An eine Reichweite von nominell über 600 Kilometer ist da freilich nicht zu denken. Für Expeditionen in den hohen Norden Sibiriens sollte man also vielleicht doch eher andere Fahrzeuge als Teslas in Betracht ziehen.

Neben dem Model X schnitt auch das Model S im tiefen Schnee nicht schlecht ab. Bei beiden Fahrzeugen ist es ratsam, die verstellbare Federung auf "sehr hoch" zu stellen. Dadurch holt man ein paar Zentimeter mehr Bodenfreiheit heraus. Das mit 2,2 Tonnen nur geringfügig leichtere Model S wühlte sich genauso effizient durch die Schneehaufen und seitwärts driftend am Hang entlang.

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Bremsend in die Kurve

Auf dem zweiten, etwas flacheren Schneefeld, wurde eine tiefere Fahrbahn in den Neuschnee gegraben. Hier ging es vor allem darum, auf einer Geraden möglichst stark zu beschleunigen und dann auf Kommando eines ÖAMTC-Trainers eine Vollbremsung hinzulegen. Eine Schwierigkeit dabei lag daran, dass man beim Bremsen bereits in eine Kurve einlenken musste. Das ABS von Model X und Model S wurde hier voll beansprucht. Das Resultat, wenig spektakulär: Die Autos standen sehr schnell und blieben in der Spur.

Die Möglichkeiten, die Tesla-Fahrzeuge im Rahmen der vorgegebenen Übungen an ihre Grenzen zu bringen, blieben beim "Winterdriving"-Event begrenzt. Was man auf jeden Fall sagen kann: Die Elektroautos kommen selbst mit tiefem Schnee gut zurecht. Der All Wheel Drive sorgt für erstaunliche Haftung, selbst auf einem rutschigen, schneebedeckten Berghang. Mit Teslas durch den Schnee zu jagen, ist auch sehr spaßig. Was einem im Schnee dennoch abgehen könnte: Ein optionaler reiner Hinterradantrieb und eine Handbremse.