Auch das Geschäft mit dem Drucken von Geld läuft nicht rund. Plastikgeld und bargeldloses Zahlen verdrängen Banknoten immer mehr.

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Sony-Cyberangriff
05/05/2011

Wie sicher sind Kreditkartenzahlungen im Netz?

Das Vertrauen in Kreditkartenzahlungen im Internet dürfte nachhaltig erschüttert sein: Seit bei Sony die Daten von mehr als 100 Millionen Kunden der Web-Dienste „PlayStation Network“ sowie „Sony Online Entertainment“ gestohlen wurden, fragen sich immer mehr Konsumenten, ob sie im Netz überhaupt noch mit Plastikgeld zahlen sollen. Die futurezone beantwortet die wichtigsten Fragen.

Wie viele Österreicher sind betroffen?
Laut Sony wurden 40.050 Kreditkartendaten sowie 840 Bankkontodaten von heimischen Kunden gestohlen.

Was sollten die Betroffenen ab sofort tun?
Nutzer sollten ihre Kreditkarten-Rechnungen ab sofort genau kontrollieren. Sobald eine  ungewöhnliche  Abbuchung auffällt, sollte diese an das Kreditkarteninstitut gemeldet werden. Dasselbe gilt generell für alle Nutzer, die online mit Kreditkarte für Waren oder Dienstleistungen bezahlen.

Ist das Bezahlen mit Plastikgeld im Web überhaupt noch ratsam?
„100 Prozent Schutz vor professionellem Betrug gibt es nicht“, sagt Angela Szivatz, Sprecherin von PayLife, dem österreichischen Zahlungsabwickler für Kreditkarten. Für mehr Sicherheit sorge der Einsatz des 3-D-Secure-Verfahrens. Dieses werde  allerdings von großen Händlern wie Amazon nicht angeboten. Verunsichern sollte man sich vom Sony-Hack nicht lassen, sagt Peter Kolba, Rechtsexperte vom Verein für Konsumenteninformation (VKI). „Das Missbrauchsrisiko trägt der Kreditkartenanbieter.“ Beim VKI gehen generell nur vereinzelt Beschwerden wegen Kreditkartenbetrugs  ein.

Was ist der sogenannte „3-D Secure Code“?
Das Verfahren bietet zusätzliche Sicherheit bei Online-Transaktionen. Unterstützt wird es derzeit von Visa und Mastercard. Die Eingabe der Kreditkartendaten wird mit einem zusätzlichen Passwort, das der Kunde festlegt, gesichert.

Was passiert mit den gestohlenen Daten?
Die Hacker haben die Kreditkartendaten mit großer Wahrscheinlichkeit bereits   an andere Cyberkriminelle verkauft.  Kreditkartennummern werden zwischen 20 und 70 Cent pro Stück gehandelt. Berichte über den tatsächlichen Missbrauch der Daten wurden bis dato nicht bestätigt.

Gibt es Alternativen zur Kreditkarte?
Anstatt mit einer herkömmlichen Kreditkarte kann man mit einer Prepaid-Karte bezahlen, auf der immer nur ein bestimmter Betrag aufgebucht wird. Im Ernstfall lässt sich der Schaden so auf eine überschaubare Summe begrenzen. Immer  beliebter wird der Bezahl-Dienst www.paypal.at: Er tritt als Vermittler zwischen Online-Shop und Kunde auf. Der Konsument muss keine Kreditkartendaten an den Verkäufer übergeben. Aber auch bei PayPal wurde bereits eine Sicherheitslücke von Betrügern ausgenutzt.

Welche Webseiten verschlüsseln die Daten?
Sichere Webseiten sind an der Zeichenkombination „https://“ am Anfang ihrer Web-Adresse erkennbar. Die sogenannte SSL-Verschlüsselung sorgt dafür, dass zwischen eigenem Rechner und Server der Webseite übertragene Daten codiert werden und Hacker nicht mitlauschen können. Aber auch das bietet keinen 100-prozentigen Schutz.  Kriminelle können mit Schad-Software, wie Viren und Trojanern,  Tastatureingaben auslesen. Die Virenschutz- und Firewall-Software am PC sollte immer am aktuellsten Stand sein.

Wie reagiert man im Falle einer missbräuchlichen Abbuchung?
Bemerkt man eine ungewöhnliche Abbuchung, sollte diese sofort beim  Kreditkarteninstitut gemeldet werden. In der Regel gelten Einspruchsfristen von rund vier Wochen. Die gesetzliche Maximalfrist beträgt 13 Monate. „Das gilt etwa, wenn jemand seine Karte lange nicht benutzt hat oder keine Möglichkeit hatte, die Abbuchungen zu kontrollieren“, sagt Szivatz.

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