WHISTLEBLOWER
11/05/2010

WikiLeaks: Konkurrenz aus den eigenen Reihen

Eine Gruppe früherer Mitarbeiter plant eigene Plattform

Die Whistleblower-Site WikiLeaks könnte nach Angaben des "Wall Street Journals" schon bald Konkurrenz von früheren Mitarbeitern bekommen. Laut der Zeitung plant eine Gruppe um den früheren WikiLeaks-Sprecher Daniel Domscheit-Berg, der auch unter dem Pseudonym Daniel Schmitt auftrat, die Gründung einer eigenen Enthüllungsplattform. Eine Anfrage der Futurezone bei Domscheit-Berg zu dem kolportierten neuen Projekt blieb bislang unbeantwortet.

Kritik an WikiLeaks

Domscheit-Berg verließ WikiLeaks im September. In Interviews begründete er sein Ausstieg mit der Konzentration der Whistleblower-Site auf spektakuläre Veröffentlichungen. Kleinere Projekte würden dadurch vernachlässigt, sagte der frühere WikiLeaks-Sprecher. WikiLeaks hatte in den vergangenen Monaten mit der Veröffentlichungen von Dokumenten zu den Kriegen in Afghanistan und im Irak für Aufsehen gesorgt.

Neben Domscheit-Berg sollen drei bis vier weitere frühere Mitarbeiter von WikiLeaks an der neuen Plattform mitarbeiten, so die Zeitung unter Berufung auf mit der Situation vertraute Personen. WikiLeaks-Sprecherin Kristinn Hrafnsson begrüßte die mögliche neue Initiative: "Es wäre gut, mehr Organisationen wie WikiLeaks zu haben."

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(futurezone)