Eines der harmloseren, bizarren "Kindervideos": Elsa schlägt Spider-Man blutig, weil Maleficent vorgibt, von ihm geschwängert worden zu sein
Eines der harmloseren, bizarren "Kindervideos": Elsa schlägt Spider-Man blutig, weil Maleficent vorgibt, von ihm geschwängert worden zu sein
© BeepBeep TV

zeichentrick-gewalt

YouTube hat ein Problem mit verstörenden Kindervideos

YouTube hat mit YouTube Kids einen eigenen Ableger, der speziell für Kinder gedacht ist. In den vergangenen Monaten häuften sich dort Videos, die nicht gerade kindgerecht sind. Diese zeigen etwa wie bekannte Zeichentrick-Charaktere gequält werden, sterben oder in sexuelle Handlungen verwickelt sind.

Wären diese Clips an Erwachsene gerichtet, könnten sie noch als Satire durchgehen. Da sie aber in Channels zu finden sind, die den Anschein erwecken für Kinder gedacht zu sein, werden sie auch von Kindern gesehen, berichtet etwa Medium, die New York Times und The Outline.

Zähne ziehen, Knochen brechen

Besonders häufig scheint der derzeit bei Kleinkindern beliebte Charakter Peppa Pig in solchen verstörenden Videos aufzutauchen. Darin werden dem Zeichentrick-Schwein etwa Zähne gezogen, es wird überfallen oder es werden Knochen gebrochen. Die Channels, die diese Videos enthalten, tragen solche Namen wie Baby Funny TV oder Smile Kids TV.

Auf anderen Channels finden sich die verstörenden Videos gemischt mit realen Episoden und anderem kindgerechten Content, der offensichtlich von echten Kinder-Channels gerippt wurde. Neben Peppa Pig werden auch beliebte Disney-Charaktere für solche verstörenden Videos genutzt, wie etwa Spider-Man und Elsa aus Frozen.

YouTube reagiert

Nachdem Kritiker YouTube bereits seit Monaten vorwerfen, nicht genug gegen diese Videos zu unternehmen, verspricht das Internetportal Besserung. Laut YouTube würde man bereits Werbeeinschaltungen für solche Videos blockiert, damit die Macher damit kein Geld verdienen. Dies würde allerdings erst passieren, wenn User die Inhalte als unangebracht melden, berichtet BBC.

Deshalb wird auch die neue Maßnahme nur bedingt greifen. YouTube hat angekündigt, solche gemeldeten Videos zukünftig mit einer Altersfreigabe zu versehen, damit sie nicht mehr in YouTube Kids aufgerufen werden können. Aber auch das setzt voraus, dass diese Videos gemeldet und von einem YouTube-Mitarbeiter kontrolliert werden.

Für Kritiker ist das nicht genug. Sie fordern YouTube auf, die Videos zu kontrollieren, bevor sie für YouTube Kids freigeschaltet werden. Solange das nicht passiert, raten sie Eltern, sehr genau darauf zu achten, was ihre Kinder anschauen. Bisher dürften viele Eltern der Meinung sein, dass dies bei YouTube Kids nicht nötig sei, da es sich hierbei um ein Angebot speziell für Kinder handelt.

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