Digital Life
22.04.2018

YouTube spielt Werbung bekannter Marken vor Nazi-Videos aus

Firmen wie Adidas, Amazon, Hilton und Netflix finden sich auf der Videoplattform neben extremistischen Inhalten wieder.

YouTube hat weiterhin ein Problem mit extremistischen Inhalten und verkaufter Werbung, die vor diesen zweifelhaften Videos ausgespielt wird. Wie CNN berichtet, sind über 300 bekannte Firmen und Organisationen betroffen, deren Werbeclips als Einleitung für Nazi-, Verschwörungs- und Pädophilen-Inhalte herhalten müssen. Bereits im Vorjahr hatten einige Firmen ihre YouTube-Werbung wegen ähnlicher Vorfälle pausiert, YouTube hatte damals die Vorwürfe kleingeredet, aber immerhin Besserung versprochen.

Jüdische Werbung vor antisemitischen Inhalten

Wie der CNN-Bericht zeigt, dürfte YouTube das Problem aber offenbar nicht in den Griff bekommen. So wird etwa Werbung von jüdischen Organisationen ausgerechnet vor antisemitischen Videos eingeblendet. Vor den Ausführungen des bekannten Neonazis David Duke, in denen von "genetischen Rassenunterschieden zwischen Weißen und Schwarzen" die Rede ist, wird Werbung von Nissan und Disney eingespielt. Und auf einem Channel, der in der Vergangenheit pädophile Inhalte verbreitete, werden Werbeclips von Spielzeug-Vertretern gezeigt.

Die darauf angesprochenen Firmen reagieren pikiert und haben teilweise ihre Werbung auf YouTube gestoppt, bis die Vorfälle geklärt sind. Von großen Zeitungen wie der New York Times, deren Werbung auf rechten Verschwörungs-Channels ausgespielt wurde, hagelte es Kritik. YouTube habe seine eigenen Vorschriften und Vereinbarungen missachtet, indem die Werbung der New York Times nur auf vorab vereinbarten und geprüften Kanälen ausgespielt werden dürfe.