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02.08.2016

Handel mit Pokemon-Go-Accounts auf willhaben floriert

Auf dem Online-Marktplatz werden Accounts um mehrere hundert Euro gehandelt. Dabei geht es auch oft nicht mit rechten Dingen zu.

"Verkaufe meinen LVL 31 Pokémon Go Account. Pokédex wurde bereits mit 132 Pokémon befüllt. In der Sammlung befinden sich außerdem einige Relaxo, Aquana und Dragonir", heißt es in einer Anzeige auf willhaben.at. Die Preise für solche Angebote liegen zwischen 40 und 300 Euro.

Dutzende derartiger Anzeigen sind derzeit auf dem österreichischen Online-Anzeigenportal willhaben zu finden. Bezahlt werden die meisten Verkäufer üblicherweise am liebsten per PayPal. "Der Account wird nach Zahlung mit Mail+Passwort an den neuen Besitzer übergeben", heißt es etwa in einer Anzeige. Auch auf ebay finden sich zahlreiche derartige Angebote.

Laut den Pokémon-Go-AGB auf der Website von Niantic ist es allerdings nicht erlaubt "ein Konto zu verkaufen, weiterzuverkaufen, zu vermieten oder zu leasen." Bislang gibt es jedoch keine Hinweise darauf, dass es für die Verwendung bzw. Erstellung solcher Accounts Konsequenzen für die Spieler gibt.

Verkauf ist nicht erlaubt

Auch willhaben stößt sich nicht am Handel mit fortgeschrittenen Pokémon-Go -Accounts. "Derzeit haben wir keine Einwände, wenn solche Accounts zum Verkauf angeboten werden", heißt es von willhaben gegenüber der futurezone.

Ob die fortgeschrittenen Accounts dann tatsächlich an die neuen Besitzer übergeben werden, lässt sich nicht überprüfen. "Käufer- oder Verkäuferschutz wird von uns nicht angeboten. Wir stellen lediglich die Plattform zur Verfügung", so willhaben.

Im Übrigen lässt sich ein derart hohes Level nur mit sehr großem Aufwand und exzessiven Einsatz erreichen. Oder man bleibt zuhause und lässt einen automatisierten Bot für sich die Monster jagen.

Unermüdliche Spieler

Dienste wie Necrobot, Pokébuddy oder MyGoBot bieten derartige Bots an. Sie simulieren Smartphones inklusive GPS-Signale und füttern die Pokémon-Go-Server mit entsprechenden Daten. Auf diese Weise entstehen extrem effiziente und unermüdliche Monsterjäger, jeder Schritt im Spiel wird automatisiert durchgeführt und der "virtuelle User" steigt Level für Level.

Ein Lifetime-Account bei MyGoBot kostet aktuell etwa 7,95 US-Dollar. Ein gutes Geschäft, wenn der damit erspielte Account tatsächlich für hundert Euro oder mehr verkauft wird.

Kampf gegen Schummeln

Wie lange Niantic noch ohne weiteres duldet, dass Turtok, Mauzi, Evoli oder Enton auf unehrliche Art und Weise von automatisierten Bots gefangen werden, wird sich zeigen. Denn erst kürzlich wurde deutlich, dass die Pokémon-Go-Macher anscheinend gegen Drittanbieter-Webseiten vorgehen, die auf Landkarten zeigen, wo man welche Pokémon fangen kann. Eine entsprechende Programmierschnittstelle wurde offenbar deaktiviert oder zumindest eingeschränkt, viele der entsprechenden Dienste sind aktuell nicht mehr verfügbar.

Daher kann man davon ausgehen, dass in nicht allzu ferner Zukunft auch gegen automatisiertes Bot-Cheating vorgegangen wird; oder zumindest versucht wird, dagegen vorzugehen. Denn ein klug programmierter Bot, der realitätsnah menschliches Verhalten simuliert, wird schwer zu enttarnen sein.