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Gamescom
08/07/2015

Mafia 3: Brutale Retro-Alternative zu GTA

Endlich bekommt die Gangster-Simulation einen Nachfolger. Doch der GTA-Konkurrent will moderner werden. Die futurezone durfte einen Blick auf das Spiel werfen.

von Michael Leitner

Fünf lange Jahre schien es, es gibt kein anderes gutes Gangster-Open-World-Spiel neben GTA. Doch zur Gamescom 2015 machen 2K Games und Hangar 13 Gamern wieder Hoffnung. Mafia 3 soll die erfolgreiche Reihe von 2K Czech fortsetzen, macht dabei aber auch einen ordentlichen Zeitsprung.

Mafia 3

Mafia 3

Mafia 3

Mafia 3

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Mafia 3

Mafia 3

Mafia 3

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Mafia 3

Mafia 3

Mafia 3

Mafia 3

Statt weiter auf die galanten Gangster mit Hut, Mantel und Tommy-Gun zu setzen, macht der neue Titel einen Zeitsprung in das Jahr 1968 und setzt auf etwas rustikalere Verbrecher. Die futurezone durfte einen Blick auf erstes Gameplay-Material von Mafia 3 werfen. Allerdings nur zuschauen, selber spielen blieb leider allen Medienvertretern verwehrt.

Klassische Rache-Story

Zum Ende der Sechziger Jahre gehen in New Orleans die Wogen hoch. Die Proteste der Bürgerrechtsbewegungen, die gleiche Rechte für Schwarze sowie das Ende des Vietnamkrieges fordern, werden oftmals gewaltsam niedergeschlagen. All das dürfte Lincoln Clay, der Hauptcharakter in Mafia 3, wenig kümmern.

Lincoln ist als Waise aufgewachsen und ein Vietnam-Veteran. Nach seiner Rückkehr aus dem Krieg begann er seine Karriere als Gangster bei der „schwarzen Mafia“. Gerade als er diese als seine neue Familie akzeptiert, werden alle in einem Hinterhalt getötet. Er schwört daraufhin Rache und schwingt bei seinem Feldzug selbst zu einem der mächtigsten Gangster-Bosse der Stadt auf.

Ein alter Bekannter

Der Weg dahin ist jedoch recht „Mafia“-untypisch. Die Spielereihe war schon immer für ihre Open-World-Szenario bekannt, doch der neue Entwickler will das ausdehnen. Die gesamte Kriminalität in der Stadt ist miteinander verbunden. Zerstört Lincoln beispielsweise ein Versteck einer Gruppe, schlagen diese mit Angriffen auf ihn hart zurück. Lincoln kann sich allerdings selbst bis zu drei Verbündete holen, die ihn mit Waffen, Fahrzeugen und Dienstleistungen, wie gezielte Bestechung der Polizei, im Kampf unterstützen.

Einer dieser Verbündeten dürfte jenen, die den Vorgänger gespielt haben, bekannt vorkommen: Vito Scaletta, die Hauptfigur von Mafia 2, schließt sich Lincoln an. Mit Ausnahme der grauen Haare scheint er sich gut gehalten zu haben. Über die Story von Vito wurde noch nichts verraten, das Spiel wird aber wohl auch seine Geschichte erzählen.

Wie in einem Comic

Während der Vorgänger noch relativ gut einen gewissen Pseudo-Realismus vermitteln konnte, scheint man das bei Mafia 3 lockerer zu sehen. Die Entwickler versprechen zwar eine „physik-basierte Rennfahr-Engine“ für die Autos, doch bei einer Verfolgungsjagd flogen die Fahrzeuge wie in Hollywood durch die Luft und explodierten in einem gewaltigen Feuerball beim Aufprall. Auch an Blut hat man nicht gespart, jeder Gegner hat mehrere Trefferzonen mit verschiedenen Verletzungsanimationen.

Das passt zwar in das Setting, hin und wieder übertreibt man aber. So schleicht Lincoln in einer Mission vorsichtig in ein Restaurant und schaltet dabei Wachen heimlich aus. Sein Verständnis von „Heimlich“ bedeutet aber, dass er ihnen mit voller Wucht ein Jagdmesser durch das Auge jagt und überall Blut spritzt. Auch die anderen Nahkampfattacken, bei denen Lincoln (der ebenso gut ein Football-Spieler sein könnte) beispielsweise schnell auf den Gegner zuläuft, ihn zu Boden wirft und den Schädel einschlägt, wirken etwas übermächtig.

Rassenkonflikt wird wichtig

Ebenfalls absurd, aber auch unterhaltsam wirkt das Verhör per Fahrzeug. Dabei muss Lincoln möglichst gefährlich fahren, um sein Gegenüber einzuschüchtern und es zum Reden zu bringen. Passend: Dazu tönte „Fortunate Son“ von Creedence Clearwater Revival aus dem Radio. Das Waffenarsenal wird voraussichtlich wieder eindrucksvoll und an das Jahrzehnt angepasst sein. Lincoln kann klassisch neben Granaten auch Medikits mitnehmen.

Grafisch macht das New Orleans der Sechziger Jahre Lust auf mehr. Die Stadt ist bunt und wirkt auch bei Nacht dank zahlreicher Neonlichter lebendig. Dafür sorgen auch die zahlreichen Bewohner, die Lincoln bei einem kurzen Spaziergang, offensichtlich aufgrund seiner Hautfarbe, schief anschauen. Dass das Thema Rassenkonflikt eine wichtige Rolle spielen wird, liegt auf der Hand. So trifft Lincoln beispielsweise auf zwei Polizisten, die scheinbar zwei Schwarze schikanieren. Laut den Entwicklern könnte der Spieler hier auch eingreifen.

Virtual Crime

Mafia wagt einen kleinen Neustart und das Ergebnis wirkt nicht nur aufgrund des ungewöhnlichen Szenarios vielversprechend. Vor allem das System, das die Kriminalität in der Stadt simulieren soll, könnte für viel Abwechslung sorgen. Zudem wird wohl jeder Mafia-2-Spieler wissen wollen, was in den letzten 17 Jahren mit Vito passiert ist. Das Spiel wird im Laufe des kommenden Jahres für PC, PlayStation 4 und Xbox One erscheinen.

Disclaimer: Die Pressereise zur GDC Europe und Gamescom wird vom Österreichischen Verband für Unterhaltungssoftware (ÖVUS) und futurezone bezahlt. A1 stellt eine Sim-Karte mit Datenroaming für das Posten von Fotos auf Instagram zur Verfügung.