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13.08.2016

Pokemon Go: Niantic sperrt Cheater dauerhaft aus

Niantic greift endlich hart gegen sogenannte Bots durch. Nutzer, die derartige Software verwendet haben, werden dauerhaft im Spiel gesperrt.

Niantic Labs, der Entwickler von Pokémon Go, geht nun hart gegen Spieler vor, die sogenannte Bots verwendet haben und sperrt diese dauerhaft aus. Bots spielen das Spiel automatisiert und erlauben es so, rasch hohe Levels zu erreichen und bessere Pokémon zu fangen. Niantic Labs wurde lange Zeit dafür kritisiert, hart gegen Tracker-Dienste wie PokéVision vorzugehen, gleichzeitig aber nichts gegen Pokémon-Go-Bots zu tun. Das hat der US-Entwickler nun über Nacht geändert. Spieler, die von einer Sperre betroffen sind, können sich nun nicht mehr einloggen und bekommen einen jener Bildschirme zu sehen, der auch bei Serverausfällen zu sehen war.

Pokemon go ban screen

Wie sich aber rasch herausstellte, handelte es sich um keinen Serverausfall. Neben den Sperren im Spiel verteilt Niantic Labs nun zunehmend Unterlassungserklärungen an Bot-Entwickler. Neben dem beliebten NecroBot stellten auch die Entwickler des HaxtonBot und PokeMobBot ihre Arbeit ein.

Neue Soft Bans und Unklarheit bei IV-Rechnern

Bisher wurden üblicherweise nur sogenannte „Soft Bans“ ausgesprochen. Der Spieler bekam davon nichts mit, da das Verhalten dieser Sperren unterschiedlich ausfiel. So hat es stets den Anschein, dass man weiterhin normal Pokémon Go weiterspielen könne, aber einige Funktionen sind auf clevere Art und Weise eingeschränkt. So laufen viele Pokémon beim ersten Wurfversuch weg, andere Male erscheinen überhaupt keine Pokémon mehr. Ebenfalls möglich: Kämpfe in der Arena sind nicht möglich und Pokéstops lassen sich nicht mehr drehen bzw. geben keine Gegenstände mehr her. Die kurzfristigen Sperren wurden in verschiedenen Längen vergeben. Hin und wieder waren es lediglich 15 Minuten, oftmals mehrere Stunden.

Vorerst hat es den Anschein, dass lediglich jene Nutzer betroffen sind, die Bot-Software genutzt haben, um Accounts mit hohen Levels zu generieren. Einzelne Nutzer berichten auch von Sperren, wenn GPS-Spoofer eingesetzt wurden. Ob in naher Zukunft auch Sperren gegen Nutzer von Diensten wie PoGoBag, die die sogenannten IV-Werte berechnen und beim Weiterentwickeln von Pokémon helfen, ausgesprochen werden, ist unklar. Diese greifen ebenfalls über die Pokémon-Go-API Spieldaten ab - ein Vorgehen, das eigentlich in den Nutzungsbedingungen untersagt wird.

Einspruch online möglich

Wessen Account zu Unrecht von Niantic gesperrt wurde, kann gegen die Sperre online Einspruch einlegen. So wurden wohl einige Spieler auch zu Unrecht gemeldet. Laut einem Reddit-Post beklagen sich viele erfahrene Spieler, die bereits über Level 30 sind, dass sie gesperrt wurden. Aufgrund des raschen Erfolges in relativ kurzer Zeit dürften sowohl Niantic als auch viele Spieler Verdacht geschöpft haben, dass es sich um einen Bot handeln könnte.

Von den Sperren scheint auch ein relativ nützlicher Dienst betroffen zu sein. IsPokemonGoDownOrNot.com, das bislang recht zuverlässige Daten zur Stabilität des Pokémon-Servers lieferte, musste einige Datenpunkte deaktivieren und kann derzeit nicht zuverlässig Auskunft geben.