Netzpolitik
27.07.2017

5G-Frequenzen: Deutschland erwartet Milliarden-Einnahmen

Das Geld soll in Förderprogramme zum Ausbau des schnellen Internets fließen.

Deutschlands Infrastrukturminister Alexander Dobrindt setzt bei der für 2018 geplanten Vergabe der Frequenzen für die fünfte Mobilfunkgeneration (5G) auf einen großen weiteren Investitionsschub. Angesichts der "sehr werthaltigen Frequenzen" erwarte er einen zweistelligen Milliarden-Betrag an Einnahmen, sagte der CSU-Politiker am Donnerstag in Berlin. Daraus sollte in weitere Förderprogramme zum Ausbau des schnellen Internet investiert werden. Bei einer Auktion 2015 hatte die Bundesnetzagentur für insgesamt 5,1 Mrd. Euro neue Mobilfunk-Frequenzen (700 Megahertz) vergeben.

Marktreife 2020

Die 5G-Technik soll deutlich schnellere Datenverbindungen im Internet ermöglichen und nach Plänen der EU-Kommission bis 2020 marktreif sein. Genutzt werden kann dies etwa für computergesteuerte Autos, digitale Prozesse in Industrie und Gesundheitswesen, Landwirtschaft und Energieversorgung. Das deutsche Bundeskabinett hatte sich Mitte Juli mit einer entsprechenden Ausbau-Strategie für 5G befasst. Aus einem bereits laufenden Programm fördert der deutsche Bund den Ausbau des schnellen Internets mit weiteren 865 Mio. Euro. Damit würden zusammen mit Mitteln von Kommunen und Firmen insgesamt Investitionen von 1,8 Mrd. Euro ausgelöst, teilte Dobrindt mit. Verlegt werden könnten weitere 85 000 Kilometer Glasfaserkabel.

Das insgesamt 4 Mrd. Euro umfassende Bundes-Programm war 2015 gestartet worden. Inzwischen sind 3,1 Mrd. Euro daraus vergeben worden, was insgesamt 290.000 Kilometer neue Glasfaserkabel ermöglichen soll. Eine fünfte Vergabewelle steht am Jahresende noch an. Ziel ist, den für Telekom-Anbieter sonst wenig lukrativen Breitbandausbau auf dem Land anzukurbeln.